08.02.2008 von
Bei jeder Wahl passiert es wieder: Die Amerikaner zählen und zählen und zählen die Wahlzettel – und keiner weiß, wer gewonnen hat. Berühmt wurde 2000 das Debakel um die Schmetterlingswahlzettel in Florida, die nicht richtig gestanzt waren. Letztlich wurden viele Stimmen für Al Gore nicht gezählt und Bush “gewann”. Diesmal bietet New Mexico ein schönes Beispiel für die Unzulänglichkeit des US-Wahlsystems. Seit Tagen ist die Wahlbehörde dort nicht im Stande 17.000 provisorische Wahlzettel auf ihre Gültigkeit zu prüfen und zu zählen. Heute will man es noch mal versuchen, aber es kann lange dauern …
Glücklicherweise geht es nicht um viel, weil Clinton und Obama im Grunde gleichauf liegen und die Wahlmänner entsprechend aufgeteilt werden. Aber mit Blick auf die Wahlen im Herbst lässt dieses Desaster wieder einmal das Schlimmste befürchten – zumal man auch immer wieder von anderen Pannen mit Wahlcomputern liest. Ob sie bis Herbst das Auszählen noch lernen?… weiter lesen
06.02.2008 von
Das wird noch nervenzehrend. Während auf republikanischer Seite in spätestens einer Woche alles geklärt sein dürfte, wenn John McCain seinen Sieg noch einmal bei den nächsten drei, vier Vorwahlen bestätigen kann, wird der Kampf bei den Demokraten noch dauern. Weder Hillary noch Obama haben irgendeinen Grund, jetzt aufzugeben. Beide werden in den kommenden Tagen versuchen, jene Wählergruppen zu mobilisieren, bei denen sie stark abschneiden und jene zu umgarnen, die im anderen Lager gelandet sind.
Für Hillary Clinton heißt das: Sie wird weiter versuchen, die Ängste der Menschen vor wirtschaftlicher Unsicherheit für sich zu nutzen, die Frauen und Latinos mobilisieren und gleichzeitig zusehen, dass sie bei den weißen Männern nicht weiter verliert und bei den Schwarzen und Jugendlichen besser ankommt.
Für Obama gilt fortan, einerseits seine “Bewegung” weiterzuführen mit all der Mysthik, die sie selbst kreiert (und der “Empowerment”-Idee, die da im Grunde Pate steht), andererseits aber all jenen, die sich… weiter lesen
06.02.2008 von
Auch wenn bei den Republikanern John McCain mit dieser Wahlnacht der Nominierung zumindest ein großes Stück näher kommen dürfte – als eigentlicher Wahlsieger der Nacht fühlt sich Mike Huckabee. Ihm war von Mitt Romney nahegelegt worden, aus dem Rennen auszuscheiden, um ihm Platz zu machen – und nachdem er, Huckabee, jetzt auch Alabama für sich verbuchen kann und Mitt Romney bislang klar abgeschifft ist, sieht er überhaupt keinen Grund mehr, das Kämpfen bleiben zu lassen. “Man hat uns gesagt, es sei ein Zwei-Mann-Duell – stimmt, und wir sind dabei!” ruft Huckabee in die Mikrophone seiner Sympathisanten.
Mitt Romney freilich will auch nicht klein beigeben. Gerade erzählt er seinen Anhängern in Boston, dass er weitermachen und ins Weiße Haus einziehen werde – das aber scheint doch ziemlicher Unsinn zu sein. Und das ist auch gut so.
06.02.2008 von
Immer wahrscheinlicher wird, dass die tatsächlichen Ergebnisse dieses Super Tuesday noch etliche Stunden, wenn nicht Tage, auf sich warten lassen. Denn all diese Bundesstaatssiege auf demokratischer Seite, ob nun für Obama oder Hillary, machen sich zwar gut als schnell versendete Nachricht, bringen den beiden aber als solche nichts, wenn man noch nicht die Zahl der wirklich eroberten Delegierten kennt. Wenn jetzt gerade in Obamas Wahlkampfzentrale sein projezierter Sieg in Delaware gefeiert wird, dann sagt das halt schlicht nichts aus. CNN etwa macht gerade die Rechnung auf, dass Clinton derzeit 279 Delegierte hat, davon allerdings nur 86 gewonnen und 193 “Superdelegierte” – während CNN Barack Obama bei nur 210 Delegierten insgesamt sieht, davon aber 104 in den Wahlen gewonnene. Die “Superdelegierten” aber den Ausschlag geben zu lassen, können sich die Demokraten nicht leisten.
Obwohl darauf eigentlich niemand Lust hat, weil es viel Geld und Anstrengung kostet, die besser in den Kampf… weiter lesen
06.02.2008 von
Hillary Clintons Sieg in Massachussetts ist nicht nur für Barack Obama eine bittere Enttäuschung, sondern auch für Analytiker mehrerer TV-Stationen in mehrfacher Hinsicht interessant: Dieses Ergebnis sage etwas über sinkenden Einfluß der Kennedys aus, die sich eindeutig für Obama ausgesprochen hatten und damit ihre jahrzehntelange Zurückhaltung gegenüber parteiinternen Wettkämpfen aufgegeben haben.
06.02.2008 von
Fällt eigentlich auf, dass die US-Regierung heute erstmals offiziell eingeräumt hat, bei Terrorverdächtigen “Waterboarding” angewandt zu haben, eine Foltermethode, bei der die Opfer das Gefühl haben zu ertrinken? Geschicktes Timing.
06.02.2008 von
OK ok, es ist keine wirkliche Überraschung, dass Barack Obama nach South Carolina nun auch Georgia gewinnt, allerdings mit 62 zu 32 Prozent schon sehr deutlich. Nach den Nachwahlumfragen hat Obama unter den Schwarzen mit 88 zu 11 Prozent gewonnen, und selbst bei weißen Männern noch 46 Prozent geholt. Das sind Zahlen, die Hillary Clinton in Angst versetzen dürfen. Allerdings weiß derzeit noch niemand, wie viele Delegierte Obama das wirklich bringen wird.
Bei den Republikanern haben die Nachwahlumfragen noch keine Projektion erlaubt – sollte es dort doch spannender werden als gedacht?
05.02.2008 von
Halb zwölf in Deutschland, noch viel zu früh in den USA. Noch sind nirgendwo die Wahllokale geschlossen, lediglich bei den Parteiversammlungen (caucuses) der Republikaner in West Virginia gibt es schon Ergebnisse: Mike Huckabee hat hier gewonnen. Na gut, nur wenige Delegierte. Aber immerhin.
Die Wahllokale an der Ostküste schließen um ein Uhr nachts deutscher Zeit, die im Megastaat Kalifornien, dessen Ausgang für den Super Tuesday entscheidend sein dürfte, erst um fünf Uhr morgens. Die Nacht wird lang.
Noch heute morgen haben sich in getrennten CNN-Interviews die KandidatInnen beider Seiten noch einmal kräftig beharkt. Mitt Romney hatte bei einer Veranstaltung vor wenigen Tagen Mike Huckabee zum Aufgeben aufgefordert, jetzt kofferte der zurück: wenn hier jemand aufgeben solle, dann doch bitte Romney. Immerhin haben sie beide nicht gefordert, John McCain möge aufgeben. Romney warnte lediglich vor dem “Linksruck”, den die Republikanische Partei nehmen würde, sollte McCain deren Kandidat werden.
Möglich, dass… weiter lesen