Obamas neuer Freund und die Frage mit den Trackern

Es sieht jetzt also so aus, als hätte Sandy, der Sturm, Barack Obama ganz gut getan, umfragenmäßig. Es war ja viel darüber spekuliert worden, wem so eine Naturkatastrophe hilft oder schadet in einem Präsidentschaftswahlkampf. Obama hat zügig gehandelt und nicht nur der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, den die Washington Post, Obamas neuen Freund nennt, findet das gut. Fast acht von zehn Befragten in einer Umfrage der Washington Post loben Obama für “exzellente” oder “gute” Arbeit.

 

Ob das irgendeine Auswirkung auf den Wahlausgang hat, ist dagegen schwer zu sagen. Andere Themen, die hohe Arbeitslosigkeit, die Wirtschaft, könnten die Entscheidungen der Wählerinnen stärker beeinflussen. Gerade schauen Journalisten auf drei Swing States, von denen die Republikaner behaupten, dass sie dort nun einmal dran sein könnten: Pennsylvania, Michigan und Minnesota.

 

Die Republikaner haben in den letzten Wahlkampfwochen mehr Geld gesammelt als Obama. Wohl auch deshalb müssen Abonnenten des Obama-Newsletters täglich noch mehr Mails von Michelle Obama oder Joe Biden löschen, in denen sie gebeten werden, fünf Dollar oder mehr zu spenden. Die Mails kommen gewohnt spammig daher und liegen, was ihre Überredungskunststückchen anbelangt, manchmal nur leicht über Kaffeefahrtlevel. Man hat den Eindruck, dass man schon vier oder fünf Mal die letzte Möglichkeit, die wirklich letzte Möglichkeit hatte, Barack Obama bei irgendetwas persönlich zu treffen. Aber jetzt gibt es schon wieder noch eine: der Wahlabend. Man muss nur fünf Dollar spenden, dann ist man quasi dabei. Also fast. So liest sich das.

 

Die New York Times macht sich unterdessen ein wenig Gedanken, was eigentlich mit den ganzen Daten passiert, die das Team Obama und das Team Romney im Wahlkampf sammeln.

 

Verkaufen die am Ende die Online-Profile an irgendwelche Firmen, so dass nicht nur Obamas und Romneys Leute, sondern auch die von T-Mobile oder Mercedes wissen, wen der S-Klassen-Fahrer mit dem 50-Dollar-Vertrag gewählt hat und welches Bier er danach  wohl trank?

 

Die Firmen, die reihenweise Tracker auf den Seiten von Obama und Romney betreiben, bestreiten, dass sie mit den Daten Unfug anstellen. Es ist aber nicht ganz einfach, ihnen zu vertrauen. Wenn man eigentlich ziemlich sicher ist, dass man diesen Obama-Newsletter für diese eine E-Mail-Adresse abbestellt hatte. Es war zwischenzeitlich auch keine Mail mehr gekommen. Und jetzt geht es plötzlich wieder los.

 

Man erinnert sich dann an diesen Wahlkampfhelfer der Obama-Kampagne, den jemand gefragt hat, was man den Leuten sagen soll, die keine Mails mehr wollen. Sie müssen wählen, hat der geantwortet. Das ist die einzige Möglichkeit, dass das aufhört.

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