Kardinal Meisner und Schäuble

von Ernst Volland
  1. Kardinal Meisner, Köln
  2. Schäuble, Berlin

Meisner:

Auf welchem Planeten und in welchem Jahrhundert

lebt ein deutscher Kardinal, der wie jüngst geschehen, in seiner Rede

den Begriff „entartet“ in einem künstlerischen Zusammenhang

verwendet, wird ihn doch zu Recht das ganze Feuilleton nebst

Bild Zeitung an die Wand stellen und

er nie und nimmer einen Verteidiger seiner Worte finden.

Hier stellt sich nicht die Frage ob ungeschickt, bewusst oder blöd, hier heißt

es nur si tacuisses.

Schäuble:

Ich habe mich drei Tage in London aufgehalten und bin an etwa

25000 Überwachungskameras vorbeigelaufen. Im täglichen Straßenverkehr

nervten etwa 35 Mal pro Tag  Polizeiautos mit Blaulicht, die schwer bewaffnet

auftauchen können und dies auch tun, wann und wo sie wollen. Auf Bahnhöfen

und U- Bahnen erinnert eine Stimme aus Lautsprechern in regelmäßigen Abständen

alleinstehende Koffer zu beobachten, Orwells 1984 ist schon lange

präsent.

Bei der Kontrolle auf dem Flughafen in London muss man

sogar seine Schuhe ausziehen, die wie der Rest des Handgepäcks

durch die Röntgensperre geschoben werden. Es wäre aber ein Leichtes

gewesen, wenn man es darauf angelegt hätte, diverse Ampullen

mit Flüssigkeit ins Flugzeug zu schmuggeln, gut befestigt am Körper oder

als simulierte Schwangere im Bauch versteckt. Eine sonst an Flughäfen übliche

Leibesvisitation fand weder beim Eintritt noch beim Abflug statt.

Ergo: Thats’ the wrong way.


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