Die ubuntu-Migration des FSL-Office
vonZu Beginn der Zeit hier in Indien fragte mich meine Koordinatorin Steffi, ob ich ihr bei Gelegenheit mal im Office helfen könnte, etwas mit den Computern zu regeln. Ich fragte worum es den ginge und sie meinte, dass sie gerne im Office eine Art file-sharing betreiben würden, damit man Dokumente nicht mehr auf USB-Sticks oder per Mail austauschen müsse. Beides ist hier unpraktisch – das Internet ist langsam und USB-Sticks sind hier gerne von Viren und Trojanern verseucht.
Viren sind hier in Indien ein echtes Problem, sobald man einmal einen USB-Stick im Internetcafe eingesteckt hat, stehen die Chancen gut, dass man ein bisschen unerwünschte Software mehr besitzt. Das XP auf Lucas’ Laptop hatte sich hier recht schnell verabschiedet. Es ist derart langsam geworden, dass man nicht mal mehr mit iTunes Musik hören kann. Zum Glück hatte ich auch für ihn noch in Deutschland einen USB-Stick mit ubuntu vorbereitet, mit dem er jetzt immer unterwegs ist.
Einige Tage nach dem Gespräch traf ich mich mit Rakesh, dem FSL-Chef, um das Problem einmal zu erörtern. Ich schlug ihm verschiedene Lösungen vor, von normalen Ordnerfreigaben innerhalb von Windows mit Bordmitteln oder eben auch eine Migration auf Linux, damit würde sich das Virenproblem innerhalb des Büros auch lösen. Da Rakesh von der Idee des Umstieges auf Linux recht begeistert ist, hat dem FSL-Office jetzt ersteinmal eine Linux-Kur verschrieben. Ich habe ihm ubuntu als Distribution vorgeschlagen, zum einen, da ich es selbst nutze und mich damit gut zurechtfinde, zum anderen, da es für Linux-Anfänger schön einfach ist und nicht viele kryptische Fragen stellt. Bisher habe ich es auf zwei neuen Laptops, die sich das Office angeschafft hat, auf dem Laptop von Rakesh und auf einem stationären PC, installiert. Der stationäre PC war der erste, der herhalten musste, und bisher der einzige, der ernsthaft Probleme gemacht hat. Zu Beginn war er noch über USB an den Router angeschlossen, das darauf installierte Windows und mein ubuntu-USB-Stick konnten damit auch beide ins Internet. Nur das fest installierte Ubuntu wollte partout nicht anerkennen, dass es sich über USB mit dem Router verbinden soll. Da der Router aber eh ein bisschen altersschwach war und nur einen LAN-Port besass, wurde kurzerhand ein neuer Router von Rakesh angeschafft, nun haben wir 4 LAN-Ports, die auch mittlerweile alle genutzt werden. Auf W-Lan hat eben kaum einer länger Lust…
Im Office fehlt noch bei drei stationären Computern und zwei Laptops die Umstellung. Bei den Laptops ist es immer ein bisschen heikel, ob sie gut laufen. Manchmal gibt’s da ja Probleme mit W-Lan Treibern und ähnlichen Spässen, die man nicht unterschätzen sollte. Deswegen probiere ich es am Anfang erst einmal immer mit einer LiveCD und anschliessend “wubi” aus, obs läuft. Wenn es nicht läuft, ist noch einmal eine kleine Recherche von Nöten. Bisher läuft aber alles.
Heute habe ich mich ein wenig mit der Kannadaunterstützung für Linux schlau gemacht, und es ist tatsächlich möglich, mit OpenOffice Kannada zu schreiben! Dazu habe ich einfach in der Synaptic Packetverwaltung nach Kannada gesucht und anschliessend einige Packete installiert. Wenn man in den Optionen auf Kannada umstellt, kann man als Sonderzeichen Kannadabuchstaben einfügen. Inwieweit der Drucker das dann auch mitmacht, wird sich nocheinmal zeigen…
Ich glaub es nicht, das Leben ist wirklich voller lustiger Zufälle. Es nicht nur, dass ich einen Blog auf der Seite meiner Lieblingszeitung entdecke, dessen Autor gerade genau mit den Projekt in Indien ist auf das ich mich beworben habe. Nein, er benutzt auch noch gerne Ubuntu….
Ich bin treue Blogleserin und muss sagen: Ist wirklich toll an deinen Erfahrungen teilzunehmen, auch wenn ich mich jetzt nur noch mehr nach Kundapur sehne *grins*
Drück mir die Daumen, am 1.11. habe ich mein Auswahltreffen
LEA