Um die historische Bedeutung dieses Buches zu verstehen, muss man die Verlogenheit des Wiener Kulturlebens kennen. Das Wiener Kulturleben, müssen Sie wissen, tanzt rechtsliberal und linksbürgerlich, immer am richtigen Fleck. Da, wo der rechte Fleck ist, kann nichts Unreines existieren. Seit den Tagen von Altenberg und Kraus hält sich die hiesige Kulturboheme für sensibel und gedankenvoll, sie lässt sich in den eigenen Augen nie nichts zu Schulden kommen.
Oder etwa doch? Betreiben wir ein wenig Zeitgeschichte. Ich nennen drei Namen: Udo Proksch, Otto Mühl, Jack Unterweger. Udo Proksch war ein von der sozialdemokratischen Schickeria protegierter Betrüger und Mörder; Otto Mühl war ein von der Wiener Intelligentia hochgejubelter Tabubrecher, der in seinem zwanzigjährigen Kommuneexperiment zahlreiche Menschen psychisch zerstört hat und am Ende wegen Vergewaltigung, Beischlaf und Unzucht mit Unmündigen, wegen sittlicher Gefährdung von Personen unter 16 Jahren, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses sowie Delikten nach dem Suchtgiftgesetz für milde sieben Jahre im Gefängnis… weiter lesen