Peter Gorsen ist für den Wiener Aktionismus, was der Kunstschriftsteller Ludwig Hevesi im Wien um 1900 für die Secessionisten war: ein Stier, der ein richtiger Stier sein wollte – Vordenker, Gesprächspartner und Kommunikator der aufsässigen Künstler, ohne den die avantgardistische Bewegung mit Sicherheit anders verlaufen wäre, als sie letztlich verlief.
Der Kunst- und Mentalitätshistoriker Gorsen hat Wien zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht. Er ist – neben Burghart Schmidt – der zweite kreative Kopf aus dem Zirkel der berühmten Frankfurter Schule, der in den Siebzigerjahren seinen Weg in die Donaumetropole gefunden hat. Ab 1977 lehrte er als Ordinarius für Kunstgeschichte an der Universität für angewandte Kunst und prägte dabei das Profil einer ganzen Künstlergeneration mit. Dass die Begriffe Surrealismus, Sexualästhetik und Happening in unserer Stadt einen besonderen Klang haben, ist wesentlich Gorsen zu verdanken.
»der grössten sau, der ich je beegnete, nämlich peter gorsen herzlich zugeeignet« – Mit dieser grotesken Bildwidmung bedankte… weiter lesen