Die Grünen sind bekanntlich a) unfähig zum breiten Erfolg unter der Wählerschaft und b) masslos verliebt in ihre internen Diskussionen. Dass das eine irgendwie mit dem anderen zusammenhängt, wird man vielleicht noch sagen dürfen.
Was nun die interne Debatte der Wienerischen Grünen betrifft, degradieren uns die Medien seit Wochen zu Zaungästen eines vollkommen unterirdischen Vorwahlgezetters. Da hat sich ein wackeres Häuflein studentischer Netzaktivisten und Grünen-Stammwähler in den Kopf gesetzt, das im Herbst anstehende Kandidatenhearing für die nächste Landtagswahl aufzumischen. Seither steht der Parteiappart Kopf. Wirre, rätselhafte Reden, Schreikrämpfe, wilde Bewegungsspiele und durchlöcherte Begriffssprache haben Einzug in Büros, Versammlungslokale und Bloggs gehalten. »Dürfen denn die das?«, wollen die Altvorderen von den Rebellen wissen. »Droht eine feindliche liberale Übernahme?« Usw. usf.
Die Ängste vor einer Öffnung der Grünen Partei sind traditionell gross. Wie bei allen anderen Wahlvereinen bestimmen auch bei den Ökos uralte Seilschaften, private Loyalitäten und freundliche geschäftliche Gefälligkeiten die Struktur… weiter lesen