»Es gibt in Wien noch heute feinfühlige Naturen«, schrieb Otto Fritz Beer 1976, »die behaupten, sie brauchten nur über eine Donaubrücke nordwärts zu schreiten und wüssten sofort, dass sie hier bereits unter Quaden seien. Südlich, auf dem alten Römerboden, wachsen die süffigen Weine, nördlich des Limes aber die reschen, spritzigen bis sauren Brünnerstrassler«.
Um das zu verstehen, muss man wissen, dass die Quaden, lateinisch Quadi, ein kleiner, ursprünglich elbgermanischer Volksstamm waren. Und dass der Brünnerstrassler so heisst, weil seine Reben an den Hängen der 120 km langen, von Wien nach Brünn/Brno führenden Strasse wachsen und der Wein auf der Brünner Strasse transportiert wird.
Da trifft es sich gut, dass die niederösterreichische Edition Winkler-Hermaden ein wirklich exzellentes Bildbändchen zur Geschichtes dieses Verkehrsweges vorgelegt hat. Exzellent, weil dieser Bildband auf sämtliche Dummheiten des gegenwärtigen Buchdesigns verzichtet (Überformate, winzige Schriften, Fotos im Briefmarkenformat). Statt dessen: ein handliches Querformat, ein übersichtliches Layout und hochinformative… weiter lesen