Es gibt im Leben eines jeden architekturbewussten Stadtbewohners den Moment, in dem er gerne einem Verantwortlichen die Kniescheibe zertrümmert hätte, wenn nur einer namhaft zu machen wäre, und ein Hammer zu Hand.
Bei mir ist der bevorstehende Abriss der Südbahnhofhallen von Heinrich Hrdlicka so ein zorniger Augenblick, und zwar nicht weil der in den Jahren 1955 bis 1961 errichtete Bau ungefähr so alt ist wie ich selbst; auch nicht, weil der Südbahnhof das imposante Stadttor zu einem der ersten Reiseziele meines Lebens gewesen ist … Nein, denn das muss er ja für Hunderttausende gewesen. Zwei, drei Generationen von Gastarbeitern, Zuwandereren aus dem Süden, Flüchtlingen aus dem Osten, steirischen Studenten und römischen Touristen vermittelte die wunderbare Hallenmuschel mit ihrem gedämpften Licht den berühmten ersten und bleibenden Eindruck von Wien an der Donau, sie bildete das Entree zu einer neuen Situation ihres Lebens…
Kam man mit der Bahn in den Siebziger-… weiter lesen