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vonDetlef Guertler 21.06.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Sag mal, Lucie, spielst du in der Schule eigentlich nicht mehr mit Paula?“ „Och nö, Papa, wir haben uns wieder abgefreundet.“ Abfreunden ist ein wunderschönes Wort, das nicht nur Siebenjährige verwenden können, um das allmähliche Beenden einer Freundschaft zu beschreiben. Für den allmählichen Beginn haben wir ja mit anfreunden schon lange das passende Wort, und eine große Auswahl steht uns zur Verfügung, um das abrupte Ende einer Beziehung zu beschreiben: Wir haben uns gestritten oder getrennt, gehen getrennte Wege oder nicht mehr miteinander, oder brechen schlicht in Tränen aus und sagen „Dieser Scheißkerl!“, und alle wissen, was gemeint ist. Nur für das schleichende Voneinander-Entfernen fehlen uns die Worte. Allenfalls ein „wir haben uns auseinander gelebt“ fällt einem da ein, aber auch das will nur zu intimen Beziehungen so recht passen. Die Lockerung und schließlich Auflösung freundschaftlicher Bande, wie sie beispielsweise bei Umzügen oder Jobwechseln regelmäßig zu beobachten ist, kommt in unseren mobilen Zeiten jedoch so oft vor, dass sie sich das eigene Wort abfreunden redlich verdient hat.

Abfreunden: allmähliches Ende freundschaftlicher Beziehungen

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