Latte Macchiato

So wie die Rauke in Deutschland erst gegessen wurde, nachdem sie in Rucola umgetauft worden war, ist auch der Kaffee in Deutschland offensichtlich nur noch auf ausländisch genießbar. Dabei gibt es in der Tat keinen Grund, einen Caffè Latte oder Café au lait nicht auch Milchkaffee zu nennen, oder? Beim Latte Macchiato ist es natürlich etwas anderes: Für dieses Gesöff gibt es völlig zurecht keinen deutschen Namen. Wenn man einen finden möchte, dann wohl am ehesten KAFFEEMILCH. So etwas bestellt zwar kein mediterran-weltgewandter Kaffeetrinker, aber das wäre ohnehin für alle beteiligten das beste.

Kommentare (7)

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

  1. Gibt es eigentlich irgendeinen Grund, warum heute, am 3.12.2009, Menschen gleich dutzendfach hierherkommen, nachdem sie bei Google gesucht haben, was Latte Macchiato bedeutet? Ein Sonderangebot bei Aldi? Ein neuer Werbespot? Ein Ratespiel in der Bildzeitung? Ich freue mich über jeden sachdienlichen Hinweis.

  2. Wenn wir konzedieren, dass „Kaffeemilch“ nicht wirklich als Neubewortung für Latte Macchiato akzeptiert werden wird, könnten wir es ja mit der österreichischen Variante probieren. Der Österreicher ist ja beim Kaffee weit eindeutschungsbereiter als der Deutsche selbst – siehe den „Kapuziner“ anstelle des Cappucino“ – und überhaupt gerne bereit, neue Wörter für neue Kaffees zu schöpfen. Der Österreicher also nennt einen ordentlichen Kaffee „kleiner Brauner“ oder „Großer Brauner“. Ein derart unordentlicher Kaffee wie der Latte Macchiato hätte demnach die Bezeichnung „Beiger“ (sprich: Beescher) verdient. Einen „großen Beigen“ könnte ein Latte-Macchiato-Fan wohl bestellen, oder?
    Apropos: Gibt es in Italien überhaupt irgend jemand, der für Kaffeemilch das Wort Latte Macchiato verwendet? Schließlich heißt Latte Macchiato übersetzt nichts anderes als „verschmutzte Milch“…

  3. Für die Frage nach der besonderen Profitabilität von Kaffeemilch (Latte Macchiato) gegenüber ordentlichen Kaffeevarianten ist sicherlich eher ein praktischer Gastronom als ein theoretischer Ökonom zuständig. Aber es gäbe ein Latte-Macchiato-Produkt, das sogar ich des Namens wegen tolerieren würde. Man stelle sich ein über und über schäumendes Kaffeemilch-Produkt vor, bei dem sich der Schaum geradezu dachförmig über dem Behältnis wölbt. Und das nennt man dann auf gut deutsch: Dachlatte.
    Wohingegen ich nicht empfehlen würde, die morgendliche Kaffeemilch: Morgenlatte zu nennen…

  4. Ich verstehe die Welt nicht mehr – wem „Latte Macchiato“ so schmeckt wie ein schaumiges Monster – der kann ihn doch gleich so nennen: Monsterschaumkaffee 😉

    Um auf die ausländische Genießbarkeit zu kommen: Nein, es ist viel schlimmer. Die Deutschen haben gar kein Gespür für guten Kaffee.
    Liegt es an der Spießigkeit vieler Eltern, die ihren Kindern das Schmecken erschweren, in dem sie das Schlürfen verbieten?
    Falls es hingegen wirtschaftliche Gründe (mehr Schaum ist gleich weniger Kaffee) geben sollte, stelle ich den Satz mal als Frage an den Ökonomen Gürtler.

    Vielleicht muss man es machen wie die Kinder – reimen. In einem bekannten bayerischen Radiosender ging’s mal „auf einen Milchkaffee nach St.Tropez.“

    A pros pros France, äh Frankreich: Vielleicht sollte es ein Gesetz geben, dass jeder zuerst aufschreiben muss, bevor er was sagt – den „Café au lait“ kennt jeder, aber wenn man ein gesprochenes „Cafe ole“ erst einmal schriftlich nicht umsetzen muss…

    Grüß aus dem Allgäu von W. Wilhelm, der zwar gerne Milchkaffee trinkt – aber nicht um diese Uhrzeit.

  5. oh, keiner nimmt mir meinen LaMa weg. Der schmeckt einfach besser als MaLa oder MiKa…… 😉

  6. Zugegeben. Auch schön sind die rührenden Versuche, im mediterranen Spanien einen Latte Macchiato zu bestellen. Der klassische Kellner an der Costa del Sol versteht zwar Milchkaffee und Cappuccino, aber eben nicht Latte Macchiato. Und selbst wenn er sie verstehen würde, wird er die Bestellung nicht ausführen können, denn dieses schaumige Monster wird an spanischen Strandpromenaden völlig zurecht nicht angeboten.

  7. Also die Latte Macchiatto sollte bleiben, sonst würden wir nie wieder den weltgewandten Berliner hören, der neulich lautstark bestellte: „Ick hätte jern eenen Largo Maggioto.“