Einige fußball-inspirierte Neuschöpfungen, garantiert noch nicht bei Google aufgetaucht, und welches Medium sie geschöpft haben könnte, wenn wir’s nicht gewesen wären:
Balltriotismus (FAZ)
Klosianna! (Bild)
Abseitsphallen (Spiegel)
Inteamgeist (Playboy)
Globallisierungsgegner (taz)
Letzteres stand zwar 2003 schon mal in der Jungle World, aber eben nur als Schreibfehler.
Archive for Juni 23rd, 2006
Wortwarte-Chef Lothar Lemnitzer beklagt die bislang mangelnde Neuwortproduktion während der Fußball-WM. Mehr als ein paar Public-Viewing-Konstruktionen und (immerhin) der Ausdruck “Gefühls-Brasilianer” seien ihm noch nicht ins Netz gegangen. Das ist in der Tat ein Armutszeugnis für das Gastgeberland. 31 Nationen mit mindestens zwei Dutzend verschiedenen Sprachen (allein die Spanier steuern mit Spanisch, Katalanisch, Galizisch und Baskisch schon vier Sprachen bei) sind zu Gast bei Freunden, und keinerlei neue Impulse für die deutsche Sprache – das darf nicht sein! Ich bitte deshalb herzlich um die Einsendung von für die und bei der WM entstandenen Neuwörter, und seien sie auch soeben gerade erfunden.
Eines steuere ich schon mal bei: Klinsmanagement. Das gibt es zwar noch nicht bei Google, aber wenn Deutschland Weltmeister werden sollte, bald in jedem ordentlichen Unternehmen: Der Chef ist zwar ständig im Dienst, aber er lebt und arbeitet dort, wo es ihm gerade gefällt bzw. wo seine Familie… weiter lesen
Ein Sprachloch, das uns ehrt: Im Deutschen gibt es kein Wort für die Grauzone zwischen legal und illegal. Für all das also, was zwar einerseits verboten ist, andererseits aber jeder macht: ein bisschen schneller als erlaubt fahren, ein bisschen lauter als erlaubt Musik hören, eine polnische Putzfrau ohne Anmeldung beschäftigen, oder ein bisschen übrig gebliebenen Müll beim Nachbarn in die Tonne stopfen. Die Spanier haben für diese Grauzone ein eigenes Adjektiv, nämlich alegal. Allerdings ist bei denen die Grauzone auch wesentlich breiter: 98 Prozent aller privaten Mieteinnahmen werden am Finanzamt vorbeigeschleust, in einigen Küstenorten werden mehr als die Hälfte aller Neubauten ohne Baugenehmigung errichtet, und auch Gehälter werden üblicherweise in zwei Tranchen gezahlt: eine geht legal aufs Konto, die andere alegal bar auf die Hand. Das einzige deutsche Wort, das ansatzweise in die alegale Richtung geht, heißt Kavaliersdelikt. Allein schon die Länge und die altertümliche Anmutung machen klar, dass es… weiter lesen