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vonDetlef Guertler 24.06.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Wenn Abkürzungen häufig gebraucht werden, tendieren sie dazu, sich einzuworten. Wenn sie sich dazu eignen, als Wort gesprochen zu werden, wie NATO, ISO oder ROM (der Speicher, nicht die Stadt), geht das schneller, wenn sie sich nicht dazu eignen, ist die Einwortung komplizierter. In der Regel werden für die Aussprache nicht existente Vokale eingeschoben, so wie Wirtschaftsprüfer, die ständig mit der neuen Bilanzierungsnorm IFRS zu tun haben, diese in der Regel „Ifris“ aussprechen.
Angesichts der stetig steigenden Zahl der Fälle, in denen wir im Leben und damit auch in der Sprache mit der Desoxyribonukleinsäure zu tun haben bzw. bekommen, wird sich auch ihre Abkürzung DNA früher oder später einworten. Warum also nicht gleich? Wir plädieren für die Einwortung als Dena: Mörder werden durch den Dena-Test entlarvt, Vaterschaften durch Dena-Analyse festgestellt, und die Dena von Fadenwürmern ist zu 87,9 Prozent mit der des Menschen identisch. Dena ist weltweit verwendbar, sofort verständlich und eine Silbe kürzer als DNA – Herz, was willst du mehr!

Dena, w: Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, den Träger des Erbguts; vormals: DNA

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https://blogs.taz.de/wortistik/2006/06/24/dena/

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kommentare

  • […] Und da ist es endlich: Das hier schon vor eineinhalb Jahren gesuchte und seither nicht gefundene deutsche Wort für SUV, jene in ihrem Heimatland USA “Sports Utility Vehicle” getauften Sprit- und Blechsaurier, die man ja “Geländewagen” nennen könnte, wenn es auch nur den Hauch einer Chance gäbe, dass diese Hummers, Cayennes und Nitro-Dodges jemals abseits der Straße gefahren würden. Wörter wie Protzbolide oder Penisprothese wären zwar für diese Automobilkategorie ebenfalls angebracht, aber diesen Namen würde sicherlich keiner der Nutzer dieser Autos verwenden. Bei Breitwagen könnte das anders sein. “Schatz, fahren wir mit dem Jaguar zur Oper, oder nehmen wir den Breitwagen?” […]

  • Zitat: „“Standard Utility Van” […]bitte um Korrektur, wenn das falsch ist“

    SUV steht für „Sports Utility Vehicle“, was dem Durchschnittsfahrer eines solchen auch mehr schmeichelt, als unbedingt nötig.

  • […] In Deutschland hat dieses Wort bisher nicht Fuß fassen können, sondern schwappt lediglich in Verbindung mit einem italienischen Fußballskandal in die hiesigen Medien. Dabei könnte auch hierzulande für die Bilanzierung eine feinere Abstufung der Bewortung gute Dienste leisten. Neben der illegalen Bilanzmanipulation gibt es nämlich bislang nur die gar nicht strafbare Bilanzkosmetik, bei der die legalen Gestaltungsspielräume von HGB oder Ifris ausgeschöpft werden. Dazwischen würde sich das Bilanzdoping als alegale Zwischenform gut machen. Insbesondere für Journalisten (wenn’s denn sein muss, ja, auch für Blogger) wäre das Bilanzdoping äußerst hilfreich. Wenn man in einem Bericht über die wundersame Profitvermehrung bei der Müllermeierschulze AG das Wörtchen Bilanzmanipulation fallen lässt, hat man gleich den Staatsanwalt auf dem Hals. Wenn man illegale Praktiken nur vermuten, aber nicht beweisen kann, dürfte man mit Bilanzdoping inklusive Fragezeichen auf der sicheren Seite sein. […]

  • Wie aber wäre es mit „Erbgut“?
    DNS ist und bleibt DNS; seit der unsäglichen Rechtschreibdeform wissen wir zwei Dinge:
    1.) Der Duden folgt nicht mehr der sich wandelnden Schreibung, sondern diktiert im vorauseilenden Gehorsam. Deshalb ist
    2.) der Duden keine Autorität mehr;

  • Gut gefällt mir auch der SUV, was wohl für „Standard Utility Van“ steht (bitte um Korrektur, wenn das falsch ist): lässt sich wunderbar aussprechen, kann aber zu Irritierung führen:

    „Ich bin gestern in meinem SUV gefahren“

    heute habe ich das Wort „Freizeit-SUV“ gefunden. Auch mehrdeutig, zumindest wenn mans spricht.

  • Ich bin für RINA:

    Des..(weitere Buchstaben).. acid = Dena
    Rib..(weitere Buchstaben).. acid = Rina

    oder gibts das etwa schon?

  • Dena hätte einen weiteren, ganz praktischen Vorteil. Jedes Mal, wenn ich in Word DNA schreibe, korrigiert das Programm das automatisch in DANN. Bei Dena kann das nicht passieren.

  • Rena mit aufgenommen – Jahuuu! Das freut mich ganz ungemein. 😉

    Klar – man redet mehr über die Dena als über die Rena. Ich denke aber, dass die Zeit, bis sich „Dena“ durchsetzt, deutlich länger ist, als die darauffolgende Zeit, bis „Rena“ folgt, so dass beide Worte im Fall der Fälle fast parallel erscheinen. In der Biochemie ist das ganz normal: Nach dem „Southern Blot“ folgten „Northern Blot“ und „Western Blot“.

    Grüße aus dem Allgäu, W. Wilhelm

  • Natürlich gilt für die Rena das gleiche Bauprinzip wie für die Dena (rein sprachlich gesehen), allerdings mit dem Unterschied, dass die Rena seltener benutzt wird, und deshalb die Einwortung der Abkürzung nicht zwingend ist. Folglich müsste sich erst Dena gegen DNA durchsetzen, und danach käme die Analogbildung Rena an die Reihe. Aber natürlich habe ich auch die Rena in die Datenbank der in diesem Blog vorgeschlagenen Neuwörter aufgenommen. (http://www.detlef-guertler.de/wortistik-datenbank.htm)
    Was die Sims-Deklination angeht, sitze ich noch an einem eigenen Beitrag zur heutigen Veröffentlichung. Mein Ordnungsempfinden sträubt sich dagegen, dieses Neuwort unter der Überschrift Dena abzuhandeln.

  • Interessant – wenn DNS gegen DNA verloren hat, dann wenigstens Dena. In diesem Zusammenhang kann aber gleich noch ein ähnliches Wort erfunden werden: Rena.

    Der Northern Blot ist eine Methode zur Übertragung der Rena auf eine Membran.

    Rena, w. Abkürzung für Ribonukleinsäure; vormals: RNA
    (In der selben Art und Weise: m-Rena = mRNA t-Rena = tRNA r-Rena = rRNA)

    Zitat: „Das, was man simst, ist eben die Sims.“
    Och, dann steht das „i“ halt für „i“mportant message. Nur was ist die Mehrzahl von Sims? Simsalabim? Die Sims II? Sim City?

    Grüße aus dem Allgäu, W. Wilhelm

  • Simsen ist ja geradezu schon auf dem Weg in den Duden. Da wäre es doch nur konsequent, wenn man die SMS gleich mit in Sims umbenennt. Sims hat zwar nichts mit dem Wortursprung, der Abkürzung für Short Message Service, zu tun, aber das tut auch nichts zur Sache: Das, was man simst, ist eben die Sims.

  • ein anderes schönes Beispiel ist simsen, da drängt der Vokal mit aus dem Mund, wenn man aus SME verschicken als ein Verb aussprechen möchte

    So jetzt wird der Kommentar schnell weggersst

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