Sims

Es ist geradezu zwingend, dass aus der SMS (Short Message Service) die Sims werden wird. Das Verb simsen ist zwar noch nicht im Duden, aber doch schon im Sprachgebrauch, weil es eine extreme Sprachvereinfachung darstellt: „Ich sims es dir“ ist nicht nur kürzer, sondern auch eleganter als „Ich schicke dir eine SMS“. Für das Substantiv gilt die Abkürzung nicht geschrieben (vier statt drei Buchstaben), aber gesprochen (eine statt drei Silben); zudem ist die Sims deklinierbar und passt sich damit harmonischer in den Satzlauf ein.
Theoretisch könnte Sims auch männlich oder sächlich sein. Aber der Sims ist bereits besetzt (als Fenstersims) und das Sims ist mir zu nahe an „das Sams“. Letzteres kann möglicherweise daran liegen, dass ich Kinder im Sams-tauglichen Alter habe. Aber auch ohne diese Einschränkung ist die Sims logischer, da es sich um die Einwortung einer ebenfalls weiblichen Abkürzung handelt. Die SMS wiederum ist zwar eigentlich unlogisch, weil sich der Artikel auf den Service und nicht auf die Message beziehen müsste und es deshalb der SMS heißen müsste, aber das tut nichts zur Sache, da sich die weibliche Form eindeutig durchgesetzt hat.

Sims, w: Drahtlos versandte Textnachricht; vormals: SMS

Kommentare (3)

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  1. englische Wörter die werden in der Eindeutschung gewöhnlicher Weise sächlich artikuliert.
    „Das Message“? „Das Service“? Gehörst Du auch zu den Leuten, die „das Mail“ sagen? Mich schaudert’s jedesmal, wenn ich das höre…

  2. Hinter der Abkürzng SMS verbergen sich die (vermeintlich) englische Wörter „Short Message Service“ und englische Wörter die werden in der Eindeutschung gewöhnlicher Weise sächlich artikuliert. Es geht doch nicht um die Unterscheidung von die Message und der Service, sondern um „the massage“ and „the service“, oder haben wir den Kurz-Nachrichten-Dienst erfunden? Dann wäre es ein KND und keine SMS und ich würde irgendwie innerlich KüNDigen.

    Und steht nicht im Wörterbuch der Jugendsprache (PONS-Verlag) entgegen aller deutscher, vokalisierter Silbenbildung das Verb „smsen“?..

    Grüße aus Hamburg, M. Jürgens

  3. Die Kommunikation ist weiblich, nicht nur das Wort – schon in dieser Logik muss es „die Sims“ sein. Die Ähnlichkeit von „Sams“ und „Sims“ könnte letzterem Wort helfen: Heute im „Sams-tauglichen Alter“ – morgen im „Sims-tauglichen Alter“. Vielleicht jammert bald der ein oder andere Papa über seine Tochter: heute ist wieder (der) „Simstag“.

    Ich simse, Du simst, er/sie/es simst, wir simsen, ihr simst, sie simsen.
    Das Simsen, des Simsens, dem Simsen, den Simsen.

    Bleibt noch die Frage nach der Mehrzahl von Sims: Simsalabim? Die Sims II? Sim City?

    Grüße aus dem Allgäu, W. Wilhelm