Pixen

Wenn verschicken „simsen“ heißt, müsste konsequenterweise das Verschicken von Bildern „mimsen“ heißen, oder? Heißt es aber nicht und wird es auch nicht heißen. Und das nicht nur, weil kaum jemand die MMS verschickt, von der sich die Mobilfunker so hohe Profite versprochen hatten, sondern auch, weil mimsen gekünstelt ist. Muss man denn wirklich Wortgetüme wie Multimedia und Message bemühen, nur weil man Bilder durchs Handy versendet?
Außerdem wäre es doch viel eleganter, wenn wir ein Wort für alle Arten von immateriellem Bildversand hätten – unabhängig von den jeweiligen technischen Unterschieden (Mail, Handy, P2P). Wie wäre es dafür mit dem Verb „pixen“? Kurz, klar, cool. Die auf den ersten Klang etwas störende Nähe zu „wichsen“ ist zwar auch beim zweiten Klang noch störend, könnte aber durchaus die Verbreitung des Worten in eher teenigen Zielgruppen befördern.

pixen: eine Bild-Datei versenden

Kommentare (3)

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  1. *lach* Das mit dem Aufbrezeln — ja, ich gestehe, der Schalk saß mir im Nacken.

  2. So charmant der Einfall mit dem posten ist, das mit dem Aufbrezeln von Posthorn und Postkutsche ist etwas sehr gekünstelt und würde der Verbreitung der Verbes posten eher schaden. Sollte es tatsächlich gelingen, posten als Begriff für die Datenübertragung durchzusetzen, wäre es ein wunderschönes Beispiel, wie erst durch politische und technische Weiterentwicklungen zu einem alten Substantiv ein neues Verb hinzugefügt wird. Allerdings: Warum soll posten nur die elektronische Datenübertragung meinen? Könnte man nicht alle nicht-mündlichen Formen der direkten Informationsübertragung so nennen? Man könnte einen Brief genau so posten wie eine e-Mail oder eine SMS.

  3. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich „pixen“ durchsetzt.

    Die SMS und die fingerfertige Tätigkeit ist fest mit dem Medium, dem gummibeknopften Händi verknüpft. „Pixen“ loszulösen vom spezifischen Medium heißt, die technische Variationsbreite in ein Wort zu fassen. Leider lösen sich die Grenzen des Pix’s auf… Pixe ich noch, wenn die Pixs (Pixe?) sich bewegen? Wenn Musik drunterliegt, ist das noch immer gepixt? Hohe und niedrige Kompression, GIF-Bildwechsel, Farbrotation – pixen grenzenlos?

    Für die elektropostalische Datenübertragung wird bislang – unabhängig vom versandten Inhalt – der Terminus „mailen“ verwendet. Man könnte an „posten“ denken (von Elektro-„Post“), was den Vorteil hätte, das es dem englischen „(to) post“ identisch ist und schon neben „mailen“ verwendet wird.

    Der Stamm „post“ lässt sich im übrigen anknüpfend an die Traditionen von Thurn und Taxis trefflich verwerten. Erinnerlich sind da noch so verstaubte Begriffe wie „Posten“, „Postillion“, „Posthorn“, „Postkutsche“, „Postamt“, „Postbeamter“, „Postanstalt“, „Postscheck“ etc., die auf die Elektrowelt verwandt ich gerne sähe, vor allem weil ihr Verschwinden in der Schneckenwelt („snail-mail“) abzusehen ist.

    Zum Beispiel:
    Posten: e-mail-relay/POP3 server
    Postillion: mail transfer agent
    Posthorn: email ring tone
    Postkutsche: sendmail transfer protocol