“Ist Arschbomben eine sportliche Disziplin?” fragt sich das Prinzenbad-Blog. Ich frage mich: Ist arschbomben ein Verb? Ich arschbombe, du arschbombst, ersieesihrarschbombt, wirsie arschbomben? Die Antwort ist ein eindeutiges Ja: Wer sich zum Substantiv Arschbombe bekennt, hat keinen Grund, ihr ein Tätigkeitswort abzuerkennen – schließlich ist die Arschbombe, anders als andere Bomben, nur dann eine solche, wenn sie gerade explodiert, also betätig wird. und besser als das denglische arschbombing ist es allemal – das kann man ja nicht mal konjugieren.
Offen bleibt dann lediglich noch das Passiv, die in diesem Fall wörtlich zu nehmende Leideform für kollaterale Schwimmbadbenutzer. Statt des grammatikalisch sauberen “ich werde arschgebombt” empfehle ich hier eine Neubeverbung, nämlich “ich werde arschbombardiert”.
Archive for Juli, 2006
Wie heißt es denn nun, das Adjektiv zu Migrationshintergrund?
migrationshintergründig, wie bei Hintergrund – hintergründig?
migrationshintergründisch, wie bei Hund – hündisch? (und wie bei den Kollegen vom Reptilienblog)
migrationshintergründlich, wie bei Grund – gründlich?
migrationshintergrundlich, wie bei rund – rundlich?
migrationshintergrundig, wie bei Pfund – pfundig?
oder: migrationshintergrundisch, oder: migrationshintergrundiert, oder: mit Migrationshintergrund? Oder doch einfach nur: ausländisch?
Hier fände ich eine gelb gemarkerte Empfehlung des Dudens echt prima – aber sogar die neue Ausgabe hat nicht einmal das Substantiv verzeichnet…
Die Höchststrafe sähe Stefan Niggemeier in der heutigen FASZ gerne über dieses unschuldige Wörtlein verhängt. Verbieten, Verbieten, Verbieten! Und dann sollen wir auch noch den Privatsendern dafür dankbar sein, dass sie der deutschen Sprache das Wort Komikerin geschenkt habe. Nun gebe ich zwar unumwunden zu, dass in meinem alten Ost-Duden von 1947 die Komikerin noch nicht aufgeführt war, aber die Privatsender haben sich denn doch wohl eher durch die Einführung von Wörtern wie Comedian und Comedy (gerne auch mit vorgestelltem Stand-up) ausgezeichnet. Ganz im Gegensatz zu Niggemeiers Wortverbotsforderung wäre es extrem begrüßenswert, wenn ein denn doch halbwegs professionelle Humorarbeit voraussetzendes Wort wie Komikerin durch ein schenkelklopf-gröliges Wort nach unten abgegrenzt würde: ein Wort wie Ulknudel eben, oder das hier kürzlich empfohlene Neuwort Klamaukerin. Ich begrüße es jedenfalls sehr, sprachlich zwischen einer Komikerin wie Anke Engelke und einer Ulknudel wie Ruth Moschner unterscheiden zu können. Und wenn… weiter lesen
Ein großartiges Wort! Wer immer es das erste Mal zu Gesicht bekommt, wird sofort auf den Link klicken wollen, um alles über diese offenbar neue, offenbar heimtückische Rechner-Krankheit zu erfahren. Nach meinen Recherchen hat dieses Wort am 21. Juli 2006 um 9.04 Uhr das Licht der Welt erblickt – und zwar in einer Pressemitteilung eines Unternehmens namens Diskeeper. Heute, gerade mal acht Tage später, zählt Google schon 266.000 Treffer für den Computerkrebs. Man sieht daran also, wie schnell es ein neues Wort schaffen kann, in die Sprache Eingang zu finden.
Obwohl sonst der Füllung von Sprachlöchern durchaus zugetan, wünsche ich dem Computerkrebs allerdings einen möglichst schnellen Abgang: Die in der Regel völlig harmlose, und jederzeit behebbare, Fragmentierung von Festplatten mit dem Wort Krebs zu etikettieren, ist nicht nur geschmacklos, sondern auch dem PC-Nutzer nicht vermittelbar. Also: einmal draufklicken – aber dann nie wieder!
Der Duden ist kein Lexikon, sondern ein Wörterbuch. Dementsprechend führt er beispielsweise nur sehr wenige Fluggesellschaften auf. Es mag ein wenig willkürlich erscheinen, warum derart Lufthansa, Air France, BA, AUA, Aeroflot und Swiss aufgenommen wurden, Easyjet, Air Berlin und Iberia hingegen nicht; aber bestimmt gibt es da irgendein mysteriöses Abgrenzungskriterium.
Völlig rätselhaft hingegen ist, warum mit Swissair auch eine schon seit mehreren Jahren nicht mehr existierende Fluglinie im Duden weiterleben darf. Die Pleite-Firmen Borgward, Holzmann, Enron und Herstatt sind selbstverständlich keine Duden-Wörter, also sollte auch Swissair so schnell wie möglich entdudet werden. Es sei denn, die Duden-Redaktion kennt etwas, was wir noch nicht kennen: den Geheimplan der Lufthansa, ihre Tochtergesellschaft Swiss baldmöglichst wieder in Swissair umzutaufen. Dann würden wir tatsächlich vor der Weisheit des Dudens den Hut ziehen.
Auf CD-Rom bietet der Duden einigen Komfort, den eine gedruckte Ausgabe niemals bieten wird. So beispielsweise die quantitative Suche: Wie oft tauchen bestimmte Wort- oder Buchstabenkombinationen im Duden auf? Und wenn man das für die im Duden verwendeten Abkürzungen von Sprachen macht (so wie “türk.” für Türkisch), ergibt sich daraus die Rangliste der Lehnwortsprachen: Wie viele Wörter sind aus welcher Sprache in den deutschen Wortschatz gekommen? Das überraschende Ergebnis: Latein und Griechisch liegen an der Spitze, und auch das Französische liegt noch vor dem Englischen. Nur wenn man Englisch und Amerikanisch zusammenzählt, hat der Angelsachse sich knapp auf Platz Drei geschoben.
Im folgenden die Rangliste, bei der ich hoffe, keine Sprache vergessen zu haben (anders als der Duden, der in seiner Liste der im Duden verwendeten Abkürzungen weder das Griechische noch das Spanische aufführt)
Sprache, Zahl der Nennungen:
Lateinisch 3808
Griechisch 2653
Französisch 2426
Englisch 2192
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Der Duden ist ja völlig zurecht sehr knausrig in der Übernahme von Markennamen. Mercedes-Benz ist drin, Karstadt hingegen nicht, und Ikea auch nicht (weder versal noch unversal). Umso überraschender, dass der Markenname eines daran gemessen völlig unbedeutenden Produkts den Duden ziert: Payback. Und das sogar gleich in vierfacher Ausfertigung. Der komplette Eintrag lautet: Pay-back, Payback, das; -s (engl.) (Rückzahlungs- und Bonussystem); Pay-back-Karte, Paybackkarte (Kundenkarte, mit der beim Einkauf Rabatte erworben werden können.
Was soll das bitteschön? Payback ist nicht besser und nicht schlechter als all die anderen Rabattsysteme auch, es wird bislang allenfalls gelegentlich als Synonym für die ganze Gruppe von Rabattkarten (so, und nur so, hat das auf deutsch zu heißen! So steht es allerdings nicht im Duden, der ist bei den Rabattmarken des Wirtschaftswunders stehen geblieben) gebraucht und ist m. E. weit davon entfernt, vom Markenzeichen zum Gattungsbegriff zu werden (so wie es AEGs Fön in den… weiter lesen
Den Fex gibt es ja nicht nur als aus dem lateinischen kommende Endsilbe in so schönen Worten wie Ponti- oder Spontifex, sondern auch als eigenes Wort: Der Fex, Plural die Fexe, jemand, der von etwas begeistert ist. Laut Duden ist das Wort “südd., österr.), und wird denn auch noch einmal im alpinen “Bergfex” erwähnt. Ansonsten führt der Fex ein betrübliches Schattendasein: Wo immer man ihn verwenden könnte, von Jogging- bis Robbie-Williams-, der -Fan ist schon da. Das ist ungerecht. Beide Wörter haben drei Buchstaben, beide klingen ziemlich ähnlich, sind auch ähnlich charmant, aber trotzdem hat der Fan den Fex an die Wand gedrückt. Ich hätte da einen Vorschlag zur Güte: Wir lassen überall da, wo es darum geht, etwas oder jemand zu bewundern, den Fan stehen, und überall da, wo es darum geht, selbst etwas zu machen, verwenden wir den Fex. Dann gibt es weiter den Robbie-Williams-Fan mit dem gleichnamigen… weiter lesen
Gerade erstmals ein Firmenschild gesehen, auf dem nicht “& Co.” stand, sondern “& Ko.”. Okay, es war das Firmenschild einer Kneipe in Kreuzberg, aber trotzdem warf es mir die Frage auf, warum wir etwas, das irgendwann einmal ausgeschrieben “und Consorten” hieß, heute immer noch & Co. abkürzen. Seit Jahrzehnten, ach, Jahrhunderten, heißen die Consorten, so man sie überhaupt benutzt, natürlich Konsorten, es wäre also nichts natürlicher, als aus dem Co. ein Ko. zu machen. Einige Verfechter des Ko. gibt es auch tatsächlich schon, aber bei Google (nur deutschsprachige Seiten) sind sie etwa 114.000 zu 54.300.000 in der Minderheit.
Könnten sich nicht eine der drei Oppositionsparteien damit profilieren, bei der nächsten Reform des Handelsgesetzbuchs die Umbenennung der “GmbH & Co. KG” in eine GmbH & Ko. KG” zu beantragen?
Was macht man, wenn man sich in die Sonne legt? Klar, man sonnt sich.
Und wenn man sich in den Schatten legt? Na, man schattet sich. Oder?