Binnenmarketing

Lothar Lemnitzers Wortwarte hat heute den Begriff „Binnenmarketing“ gefunden – im Zusammenhang damit, dass SPD-Chef Beck sich auch um die Stimmung in der eigenen Partei zu kümmern habe. Nun kann man sich natürlich fragen, ob in diesem Zusammenhang die gute alte „Basisnähe“ nicht passender wäre als das etwas geschniegelte Binnenmarketing. Aber deshalb sollte man das Neuwort nicht sofort abqualifizieren. Es gibt nämlich ein ganzes Bündel von Situationen, für die es weit besser passen würde als alles bislang verwendete – nämlich all den Kokolores, den Konzerne üblicherweise so unternehmen, um ihren Beschäftigten das Gefühl zu geben, dass sie nicht etwa ausgebeutet werden, sondern für das Schöne, Wahre, Gute arbeiten. So etwas nennt man bisher, je nach Art und Anlass, zum Beispiel Mitarbeitermotivation, Corporate Vision, Kaizen, Mission Statement, Human Relationship Management oder Betriebsausflug. Für all das wäre Binnenmarketing ein wunderschöner Oberbegriff.

Kommentare (2)

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

  1. Da sollte man schon den Unterschied machen zwischen der Unternehmensordnung, also dem, was ist, und dem Binnenmarketing, also dem, wie man das, was ist, nach innen verkauft. Aufgrund vielfältiger Erfahrungen mit Marketing aller Art wage ich die Arbeitshypothese, dass in der Regel die Verkaufe eines Produkts mit dem Produkt selber allenfalls tangential zu tun hat.

  2. War da nicht schon mal „corporate governance“?