Mehrwertschöpfung

Die Betriebswirte und Aktienanalysten holen sich praktisch alle Begriffe, mit denen sie die Zahlen von Unternehmen bewerten, aus dem Englischen. Leider auch dann, wenn eine halbe Minute Nachdenken durchaus einen passenden deutschen Begriff produzieren könnte. So beispielsweise bei „Economic Value Added“, was grob gesprochen der Teil des Umsatzes ist, der nicht nur nach Abzug aller tatsächlichen Kosten übrigbleibt (der heißt ja immer noch Gewinn, wenn er nicht gerade Ebit oder Ebitda o.ä. heißt), sondern auch nach Abzug von gar nicht angefallen Kosten – nämlich der Zinsen, die die Eigenkapitalgeber bekommen hätten, wenn sie ihr Geld nicht dem Unternehmen, sondern der Bank gegeben hätten. Wenn Value Added Mehrwert heißt, müsste es doch mit MarxundEngels zugehen, wenn man Economic Value Added nicht einfach Mehrwertschöpfung nennen könnte. Einziger Nachteil der Mehrwertschöpfung wäre natürlich, dass sie keine so schöne Abkürzung bietet wie das englische Pendant, das gemeinhin EVA geschrieben wird.

Kommentare (2)

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  1. Den Begriff der Mehrwertschöpfung gibt es in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. In einem Studienheft von Dr. Florian Schümann „Volks- und Betriebswirtschaftliche Grundlagen“ {ils Fernstudienzentrum Hamburg, IMMA 1 AN} bin ich auf Seite 40 darauf gestoßen.
    Beste Grüße – und danke für die Kolumne,
    Gero

  2. Noch schöner ist wohl die Wucherform: Mehrwertschröpfung. 😉

    Gruß aus dem Allgäu, W. Wilhelm