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vonDetlef Guertler 14.07.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Da dieser Tage der Duden in neuer Auflage auf den Markt kommen wird, bietet es sich an, das eine oder andere der Wörter, die diesmal durch Neuaufnahme gleichsam geadelt werden, wieder zu entadeln. Beginnen wir mit dem Phishing, im englischen Original eine Neubewortung aus password harvesting fishing, also sozusagen das Abschöpfen von Passwörtern und Geheimzahlen. Dafür muss es doch auch etwas Deutsches geben, oder? Datenklau trifft es nicht, weil es ja eher um Übertölpelung geht als um Diebstahl, und eher um Geheimzahlen als um Daten an sich. Allerdings sind sowohl Passwort als auch Geheimzahl nicht besonders für zusammengesetzte Wörter geeignet. Anders ist das natürlich bei der PIN, entschuldigung, bei dem Pin, wie die Abkürzung wohl am ehesten eingewortet werden sollte. Daraus könnte zum Beispiel der Pinnenfang werden, oder das Aus-Pinnen, oder, mein aktueller Favorit, das Pinionieren, das sich aus Pin und spionieren zusammensetzt. Dann wäre der der phisht bzw. pinioniert, der Pinion. Für denjenigen, der abgephisht wird, braucht man hingegen keinen neuen Namen. Er bliebe, wie bisher, der Depp.

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kommentare

  • 15. JULI 2006

    Suchen Sie nicht laenger ein deutsches Wort fuer Phishing. Ich hab‘ die Loesung:

    PINFILTRIEREN

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