Geschäftsverwaltungsmeister

Okay, das Wort ist ein bisschen lang, um sich als Neuwort einzubürgern. Insbesondere, da es eine dreibuchstabige Abkürzung ersetzen soll. Dennoch empfehle ich dringend, jedem Erfolgsmenschen, der damit prahlt, gerade seinen MBA gemacht zu haben, fröhlich mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Ausbildung zum Geschäftsverwaltungsmeister!“ zu gratulieren. Wenn er zu sich selber ehrlich wäre, müsste er zugeben, dass es sich hierbei nicht nur um die formal korrekte Übersetzung des Master of Business Administration handelt, sondern dass eine solche MBA-Ausbildung auch weit von allem wissenschaftlich-universitäten Anspruch entfernt ist und eher einen praktisch-handwerklichen Charakter hat.
Wenn der Junge allerdings diese Sorte von Humor nicht verstehen sollte, kann man ja die eher männlich-derbere Variante nachschieben: „Die Abkürzung dafür ist übrigens GV-Meister. Geil, wa!“

Kommentare (3)

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  1. 🙂

    Neulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend,
    Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der Deutscheste sei.
    Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich;
    Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,
    Deutscheren Komparativ, deutschesten Superlativ.
    „Ich bin deutscher als deutsch.“ „Ich deutscherer.“ „Deutschester bin ich.“
    „Ich bin der Deutschereste, oder der Deutschestere.“
    Drauf durch Komparativ und Superlativ fortdeutschend,
    Deutschten sie auf bis zum – Deutschesteresteresten;
    Bis sie vor komparativisch- und superlativischer Deutschung
    Den Positiv von Deutsch hatten vergessen zuletzt.

    Friedrich Rückert: Grammatische Deutschheit

  2. Zugegeben, horatio,
    der Geschäftsverwaltungsmeister wird sich nicht wirklich bei denen durchsetzen, die einen MBA machen, gemacht haben, machen wollen, oder zu denen aufschauen, die einen MBA machen bzw. gemacht haben oder machen wollen. Ich halte ihn allerdings für einen brauchbaren Kampfbegriff für all diejenigen, die von Menschen wenig halten, die einen MBA machen, gemacht haben, machen wollen. Ich würde mich freuen, wenn die naive Bewunderung, die heute noch Worten wie Manager und MBA entgegen gebracht wird, einer etwas nüchterneren Betrachtungsweise Platz machen würde. Der GV-Meister ist, nochmals zugegeben, nicht wirklich nüchtern. Aber das schöne an all diesen Neubewortungen ist ja, dass alle die, die sich nicht durchsetzen, auch keinen Schaden anrichten können. Es lernt sie ja keiner kennen…

  3. Hm, netter Witz…
    Klar sind unsere Unis hauptsächlich dilletantisch geführt und produzieren aus ihren vielen kleinen Suppentöpfen meist nur Murks, jedoch gibt es gerade bei den MBA-Studiengängen hoffnungsvolle Ausnahmen.
    Um die Kritik vorweg zu nehmen: „wissenschaftlich-universitäten“ [sic!] Anspruch brauchen wir, und zwar mehr und besser als jetzt.
    Aber unsere Unis können mehr – und müssen heute auch mehr, da sind die zielgerichteten und fächerübergreifenden MBAs wegweisend.
    Leider wird hier wieder vorschnell geurteilt und der zugegeben merkwürdige anglische Titel kritisiert. Aber wir haben und dulden ja auch Doktoren und Professoren (und Ings).
    Mir ist es egal, welches Thema meine Hausärztin für ihren Dr. vor 15 Jahren bearbeiten durfte/musste. Und wenn ich zu meinen Fortbildungsmöglichkeiten beraten werde, dann möchte ich einen MBA finden können, der sich auf Bildungsmanagment spezialisiert hat und nicht einen irgendwie dort hin geratenen Anglisten, der zu Naturbeschreibungen in Schottischen Predigten des 17. Jh. gearbeitet hat.
    Aber egal, nur weiter mit den Pauschalurteilen…
    Allerdings gebe ich zu, diese wörtliche Übersetzung bietet eine gute Möglichkeit um MBAs auszutesten….
    Dennoch: ne, nicht geil…