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vonDetlef Guertler 26.07.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Nachdem die Wortwarte heute sogar das Wortmonster Prime-Time-Abend entdeckt hat, stellt sich ganz zwanglos die Frage, ob man die Prime-Time nicht neu beworten sollte. Na gut, die Preimteim klingt rhythmisch-locker, und, auch gut, sie wird wohl aus dem Fachjargon der Medienschaffenden nicht heraus kommen. Aber vielleicht geht es ja doch ein bisschen deutscher. Die Langfassung der Übersetzung heißt ja bekanntlich „beste Sendezeit“, und als solche darf sie auch gerne im allgemeinen Sprachgebrauch verbleiben. Aber fürs Fernsehvölkchen ist das natürlich zu lang. Also macht man die beste Sendezeit einen Kopf und zwei Silben kürzer – und nennt sie Bestzeit. Das gibt es zwar auch schon in anderen Fachsprachen, etwa im Sport, aber da gibt es kaum Überschneidungen. Und jeder Fernsehsender, der in der Preimteim mal ein Viertelprozent mehr Marktanteil als sonst schafft, kann dann seine Pressemitteilung ganz kreativ mit „Bestwert in der Bestzeit“ betiteln.

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