Fex

Den Fex gibt es ja nicht nur als aus dem lateinischen kommende Endsilbe in so schönen Worten wie Ponti- oder Spontifex, sondern auch als eigenes Wort: Der Fex, Plural die Fexe, jemand, der von etwas begeistert ist. Laut Duden ist das Wort „südd., österr.), und wird denn auch noch einmal im alpinen „Bergfex“ erwähnt. Ansonsten führt der Fex ein betrübliches Schattendasein: Wo immer man ihn verwenden könnte, von Jogging- bis Robbie-Williams-, der -Fan ist schon da. Das ist ungerecht. Beide Wörter haben drei Buchstaben, beide klingen ziemlich ähnlich, sind auch ähnlich charmant, aber trotzdem hat der Fan den Fex an die Wand gedrückt. Ich hätte da einen Vorschlag zur Güte: Wir lassen überall da, wo es darum geht, etwas oder jemand zu bewundern, den Fan stehen, und überall da, wo es darum geht, selbst etwas zu machen, verwenden wir den Fex. Dann gibt es weiter den Robbie-Williams-Fan mit dem gleichnamigen Fanclub, aber es gibt den Jogging-, Yoga- oder Rad-Fex. Auf diese Weise könnten wir endlich auch unterscheiden zwischen denen, die gerne Fußball spielen (den Fußball-Fexen), und denen, die nur gerne ins Stadion gehen (den Fußball-Fans).

Kommentare (10)

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  1. Hey, das ist ja ein toller Blog hier! So richtig was für Mutterns Tochter, die ein Deutsche-Sprache-Fex (oder doch „bloß“ Fan?) ist …

    Ich war auf der Suche nach einer Erklärung für dieses selten verwendete Wort „Fex“ (ist ja hinterher immer peinlich, wenn man etwas in einer falschen, vermeintlich richtigen Bedeutung verwendet hat) – und nur hier hab‘ ich es gefunden.

    Danke, Herr Gürtler: Sie haben einen neuen Fan!

    Mein Resümee:
    FAN – bewundert Fexe (oft auch solche, die nur glauben machen, welche zu sein)
    FEX – wird (im optimalen Fall) für sein Können von Fans bewundert

    Richtig?

  2. Es geschieht etwas mit dem Fan und durch den Fex. Ersterer – im Extremfalle ein Fatalist – wird in unserer Gesellschaft immer seltener,
    letzterer – der „Macher“ – meist geschätzt. Aber auch Fans können fexend
    randalieren und Fexe fan-tasieren …

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  5. Ich bin sofort befext!
    Soll ich Dich anfexen?

  6. Ein Fan hat es gern, ein Fex tut es gern?

  7. Der Fex muss ja auch fexen können, weil Fex für eine Person steht, die von einer Aktivität begeistert ist. Der Fan muss nicht fanen können, weil er ja an sich passiv bleibt.

  8. Machen wir doch die Nutzenanalyse beim Verbisieren:
    Der Fan fant.
    Der Fex fext.

    1:0 für Fex.

  9. Und aus dem Erotomanen wird dann der Sex-Fex.
    ….
    Wobei sich hier natürlich die Frage nach dem Geschlecht des Fexes stellt: Ein männlicher Sex-Fex ist ein Erotomane, ein weiblicher Sex-Fex eine Nymphomanin.

  10. Nicht zu vergessen: Der Tubifex!