Computerkrebs

von Detlef Guertler

Ein großartiges Wort! Wer immer es das erste Mal zu Gesicht bekommt, wird sofort auf den Link klicken wollen, um alles über diese offenbar neue, offenbar heimtückische Rechner-Krankheit zu erfahren. Nach meinen Recherchen hat dieses Wort am 21. Juli 2006 um 9.04 Uhr das Licht der Welt erblickt – und zwar in einer Pressemitteilung eines Unternehmens namens Diskeeper. Heute, gerade mal acht Tage später, zählt Google schon 266.000 Treffer für den Computerkrebs. Man sieht daran also, wie schnell es ein neues Wort schaffen kann, in die Sprache Eingang zu finden.
Obwohl sonst der Füllung von Sprachlöchern durchaus zugetan, wünsche ich dem Computerkrebs allerdings einen möglichst schnellen Abgang: Die in der Regel völlig harmlose, und jederzeit behebbare, Fragmentierung von Festplatten mit dem Wort Krebs zu etikettieren, ist nicht nur geschmacklos, sondern auch dem PC-Nutzer nicht vermittelbar. Also: einmal draufklicken – aber dann nie wieder!


2 Kommentare zu "Computerkrebs"

  1. Ja und wer sagt denn nicht, dass es um die Hardware geht? Momentan spinnt der Monitor von meinem Laptop. Sich selbst helfen kann der Computer jetzt wohl nicht mehr (bei einem Softwareproblem jedoch häufig schon) – und genau daran denkt man, wenn man an Krebs denkt.
    Ansonsten schließe ich mich den Worten des Autors an und nutze das Wort Krebs so wenig inflationär wie möglich, nicht nur weil vor ein paar Wochen ein Bekannter verstorben ist.

    Gruß von W. Wilhelm, heute mal aus Zakopane

    PS: Wortlistik – Deutsche, die polnisch lernen, spielen mehr mit der polnischen Sprache, als die Polen. Also ein weiter-so! und einen Gruß aus der Tatra an die Spree.

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