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vonDetlef Guertler 01.08.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Ich war mir so sicher, alles das, was von der DDR noch übrig bleiben würde, zu kennen. Rein sprachlich natürlich. Ob Singegruppe, Parteilehrjahr, Abschnittsbevollmächtigter oder Intershop, nichts von dem, was der neue Duden in Verbindung mit den drei Buchstaben D, D und R aufführt, sollte mir unbekannt sein. Doch dann wurde ich eines besseren belehrt. Unter den 120 Einträgen, die die Suche nach „DDR“ auswarf, war auch Toni. Nämlich
To|ni, der; -s, -s (DDR ugs. für Funkstreifenwagen der Volkspolizei)
Möglicherweise hatte ich ja immer mit den falschen Leuten Umgang, oder wir kamen nie in die Verlegenheit, über Funkstreifenwagen der Volkspolizei zu sprechen, jedenfalls war dieser Toni echt neu für mich. Und so recht betrachtet, wäre er sogar ganz brauchbar. Schließlich gibt es im deutschen nur in der Kleinkindsprache einen eigenen Sammelbegriff für alle mit Sirene herumfahrenden Autos: Tatü-tata. Da wäre doch Toni wesentlich gepflegter. Denn, leider leider, ist das Wort Martini (für alle mit Martinshorn herumfahrenden Autos) schon anderweitig besetzt.

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