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vonDetlef Guertler 03.08.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Der Wortinhalt ist wesentlich begrüßenswerter als das Wort: Ein Scambaiter ist jemand, der im Internet arbeitende Betrüger selbst hinters Licht führt. Schön, dass es so etwas gibt, nicht schön, dass es so heißt. Das muss neubewortet werden, sonst kann es sich nicht durchsetzen. Mal sehen: Scam heißt Betrug, bait heißt Köder, Scambaiter ist also der Betrügerköder. Nee, klingt nicht gut, versteht man auch nicht. Irgendwie schlägt der Scambaiter die Jungs von der Nigeria-Connection und die anderen Nepper, Schlepper, Bauernfänger doch mit ihren eigenen Waffen – also sowas wie Betrügerbetrüger. Schon nicht schlecht, aber ein bisschen sehr hart: Was der Scambaiter macht, ist ja nicht im juristischen Sinn Betrug, sondern eher hinters Licht führen, veralbern, verarschen, foppen.
Genau: Foppen ist gut. Ein Scambaiter wäre auf Deutsch also ein Betrügerfopper. Und weil auch das noch ein bisschen umständlich klingt, könnte man ihn sogar an den guten alten Kassenschlager von Burger-King anlehnen – Scambaiter heißt auf Deutsch Doppel-Fopper.

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