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vonDetlef Guertler 24.08.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Wenn Harald Schmidt das Wort und das Unwort des Sommers präsentiert, ist der Wortist natürlich qua Amt mit dabei. Aber, ach!, wie enttäuschend seine beiden Vorschläge: Als „Wort des Sommers“ sucht sich der Feigling ein französisches Wort aus, die peopolisation, für die Google im gesamten deutschsprachigen Web einen einzigen Treffer findet, nämlich in der FASZ vom 13. August. Und als hätte Schmidt sich vorgenommen, diesen Missgriff noch zu toppen (also eigentlich zu floppen), zieht er als „Unwort des Sommers“ die Degetoisierung aus der Kiste. Weder erklärt er, worum es da gehen soll (nämlich um die Kritik deutscher Filmproduzenten daran, dass die ARD-Einkaufsorganisation Degeto Filme nicht nur einkaufen, sondern auch selbst produzieren soll) noch was ihm daran unwortig vorkommt (als polemisch gemeinter Fach-Begriff für Medienschaffende hat es durchaus seine Berechtigung, in die Hochsprache kommt es sowieso nicht rein). Hingegen erklärt er uns Zuschauern mehrfach, dass die Degeto praktisch sein Auftraggeber ist, weil er mit ihr seinen Vertrag geschlossen hat.
Woran erinnert mich das?, fragte ich mich während der Sendung immer wieder (sie war flach genug, um solche gedanklichen Abschweifungen zu erlauben), und schließlich fiel der Cent: an Margarethe Schreinemakers! Die hatte ja vor genau zehn Jahren auch vor, ihre beruflichen Privatprobleme (damals mit dem deutschen Finanzamt) live über den Sender (damals Sat 1) zu transportieren. Allerdings schaltete ihr Sat 1 den Strom ab, als sie auf ihre Steueraffäre zu sprechen kam – Harald Schmidt hingegen durfte unabgeschaltet weitersenden. Eine peinliche Veranstaltung.

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