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vonDetlef Guertler 25.08.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Der Doppelkollege Maxeiner/Miersch hat heute bei den zwei Häuserblocks entfernten Kollegen von der Welt über das Dhimmitum geschrieben. „Christen und Juden, die sich unterwerfen, um als Menschen zweiter Klasse im Reich des Islam zu leben, werden im Koran als Dhimmis bezeichnet. Immer häufiger beschleicht uns der Eindruck, dass so eine Art freiwilliges Dhimmitum um sich greift.“ Das von der Einrichtung eines eigenen Moslem-Strandes in Riccione bis zur Bewährungsstrafe für einen Unternehmer reicht, der Klopapier mit dem aufgedruckten Wort „Koran“ hergestellt hatte. Für die vom Doppelkollegen geschilderten Tatbestände sollte allerdings ein anderes Wort als Dhimmitum verwendet werden – schließlich bezeichnet Dhimmitum weitgehend neutral das Leben von Christen und Juden in moslemischen Gesellschaften, wozu auch so nette Einrichtungen wie eine spezielle Dhimmi-Steuer gehörten.
Für die polemisch gemeinte Kritik an Menschen, Institutionen und Unternehmen, die sich in vorauseilendem Gehorsamen so benehmen, als würden sie von Islamisten beherrscht, empfehle ich deshalb das Neuwort Dhimmheit. Das kann nur negativ gebraucht und verstanden werden – und wie es scheint, wird man es in Zukunft noch ziemlich häufig gebrauchen können bzw. müssen.

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