Rote Liste der Deutschen Sprache, T – U

von Detlef Guertler

In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben T und U:

Tambour
Tanzplatz
Tatarenmeldung
taubstumm
Taubstumme
Tort
tragieren
treulich
Triplik
Trunksucht
tugendsam
tunlich
Überhebung
überkleiden
Überkleidung
übermachen
überquer
übersichtig
Überstrumpf
Ungebühr
Ungefähr
ungeschicklich
unkeusch
unpass
Unschlitt
unserthalben
unstetig
unsträflich
untertan
untunlich
unvermerkt
unziemlich


8 Kommentare zu "Rote Liste der Deutschen Sprache, T – U"

  1. “Trunksucht” sagt heute tatsächlich kein Mensch mehr. Aber “ungefähr” verwende ich ungefähr zehn mal am Tag…

  2. So lange es im Deutschen noch die Großschreibung von Substantiven gibt, können wir Gott sei dank zwischen ungefähr und Ungefähr unterscheiden. Das kleine ungefähr ist völlig ungefährdet, ganz anders als das große Ungefähr. Um den Duden-Eintrag hierzu komplett zu zitieren: Un|ge|fähr, das; -s (veraltend für Zufall). Und dieses große Ungefähr steht völlig zurecht auf der Roten Liste.

  3. Was für einen Zweck haben diese Listen?

  4. Danke, Mondilian, für diese Frage. Ich dachte schon, es stellt sie keiner, bis ich bei Z angekommen bin.
    Zweck Nr. 1: Es gibt diese Liste (von A – Z) bislang noch nicht. Es gibt die redaktionellen Entscheidungen der Duden-Redaktion, einzelne Wörter als “veraltend”, “veraltet”, “ugs.” (umgangssprachlich) oder ähnliches zu kennzeichnen. Die Mühe, alles Veraltende oder Umgangssprachliche zusammenzutragen, hat sich aber meines Wissens bislang weder die Duden-Redaktion noch sonst jemand gemacht.
    Zweck Nr. 2: Auf diese Weise lassen sich im dynamischen Prozess der Sprachentwicklung quasi Standbilder schießen. Was wird anno 2006 nicht mehr bzw. nur noch selten benutzt? Was wird als Umgangs- oder Jugendsprache gekennzeichnet. Es handelt sich dabei zwar nur um ein Standbild, das von den Entscheidungen einer einzelnen Redaktion abgeleitet ist, aber da es sich um die noch immer respektierteste Instanz in Sachen deutschen Wortschatzes geht, lässt sich daraus eine durchaus vertrauenswürdige Aussage destillieren.
    Zweck Nr. 3: Durch den Vergleich mit früheren (und später auch mit späteren) Duden-Ausgaben lassen sich mehrere Standbilder aus verschiedenen Jahren übereinander legen und vergleichen. Auf diese Weise kann die Dynamik der Sprachentwicklung tatsächlich jenseits des anekdotischen oder einzelfälligen sichtbar gemacht werden – der Wortist würde dadurch zum Jäger des verlorenen Wortschatzes.
    Zweck Nr. 4: Unterhaltung. Menschen werden zum Sinnieren angeregt. Schau mal an: Bankbeamter, Backfisch, Bonvivant und Blaustrumpf sind vom Aussterben bedroht. Wann habe ich die eigentlich das letzte Mal benutzt? Verstehen meine Kinder überhaupt noch, was damit gemeint ist? Und jedes Nachdenken über den eigenen Wortschatz ist ein gutes Nachdenken.
    Zweck Nr. 5: Es könnten daraus Bewegungen zur Rettung einzelner Wörter entstehen. Mir selbst liegt, wie bereits berichtet, das veraltende Wort “Ferment” am Herzen, anderen mag der Bonvivant, die Galosche oder hanebüchen lieb und teuer sein. Ich sähe es sehr gerne, wenn an der einen oder anderen Stelle Bürgerinitiativen zur Wortrettung entstünden.
    Zweck genug?

  5. Oh ja, Zweck genug! Danke für die Aufklärung. Ob die Duden-Redaktion diese Wörter wohl nach dem subjektiven Empfinden der Redakteure als “veraltend” etc. kennzeichnet oder ob sie sich dabei auf statistisches Material stützt? Mir zum Beispiel kommen “Ferment” und “taubstumm” keineswegs “gefährdet” vor…

  6. Pingback: Magerfettstufe

  7. Leider fehlen in der Liste die Begriffe
    Menschenwürde, Demokratie, Toleranz, solidarisch, sozial, Sozialstaat, Gemeinwohl und faschistisch (veraltet für “sicherheitspolitisch bedingt”)

    Thomas Wieczorek
    14197 Berlin

  8. Die Sendunung der TanzTee vom Radio LOHRO aus Rostock setzt sich für den Sonnabend ein.
    Schön.

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