Archive for August 27th, 2006

27.08.2006 von Detlef Guertler
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Müll-Marktforschung

von Detlef Guertler

Nein, liebe Gemeinde, es geht nicht um das in weiten Kreisen verbreitete Vorurteil, Marktforschung könne man in die Tonne kloppen. Es geht um eine noch relativ neue Variante der Erhebung von Marktforschungsdaten – die Durchsuchung von Mülltonnen. Mittlerweile sind mir drei Beispiele hierfür zu Ohren gekommen:
- Das Mannheimer Marktforschungsunternehmen Seissmo hat ein Jahr lang in Mannheimer Müllsäcken gewühlt, um Informationen über die Verwendung von Markenprodukten in den Haushalten zu sammeln.
- Die deutsche Zigarettenindustrie gräbt seit zwei Jahren deutsche Müllkippen um, um Schätzwerte für den Anteil der nicht versteuerten Zigaretten am Gesamtrauchvolumen zu erhalten.
- Ikea Spanien hat in Vorbereitung des Neubaus einer Filiale in Malaga das Müllaufkommen der Region analysiert und dabei herausgefunden, dass in der Provinz Malaga etwa 40 Prozent mehr Menschen leben als offiziell gemeldet sind, und dass sie über ein hohes Markenbewusstsein verfügen.
Offensichtlich handelt es sich… weiter lesen

27.08.2006 von Detlef Guertler
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Planetino

von Detlef Guertler

Seit dem 24. August müssen wir uns auf ein Neuwort einstellen, das uns von einer internationalen Konferenz aufgezwungen wurde. Die Internationale Astronomenvereinigung IAU hat in einer heiß umstrittenen Abstimmung (deren Ablauf mich an grüne Parteitage aus den frühen 80er Jahren erinnert) den Pluto aus dem Planetensystem gekegelt und eine Klasse tiefer eingeordnet. Aber wie heißt diese Klasse, und damit der Pluto, jetzt? Die meisten Medien verwenden das Wort Zwergplanet, doch eine Minderheit macht sich für den Planetino stark. Den Begriff, hat, dem Bericht der spanischen Nachrichtenagentur EFE zufolge, der uruguayische Astronom Julio Angel Fernandez von der Universität Montevideo eingeführt. Planetino ist nicht nur die spanische Verkleinerungsform von planeta (für die Sprachfeministen unter uns: Planetina wäre grammatikalisch inkorrekt, da planeta trotz des Weiblichkeit suggerierenden a am Ende ein maskulines Substantiv ist), sondern außerdem wissenschaftskompatibel (vergleiche Neutron und Neutrino) und weltweit einsetzbar – ganz anders als… weiter lesen