Archive for August, 2006

26.08.2006 von Detlef Guertler
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Rote Liste der Deutschen Sprache, V – Z und Schluss

von Detlef Guertler

In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben V, W, X, Y und Z:

vaporisieren
verabfolgen
verbaliter
Verbrecheralbum
Verderbnis
verdonnert
verkamisolen
vermahnen
vermaledeien
Vernünftelei
Vernünftler
verpönen
Verschleißer
Versöhnler
verwichen
Vettel
Volant
vorbezeichnet
vordem
vorwalten
wacker
waffenfähig
Waffengang
Wagehals
Wagenschlag
wahrlich
wallfahrten
Weißzeug
wertschätzen
wessentwillen
widerraten
widerschallen
Wiederkunft
Wiesengrund
Wildschütz
Willen
Windsbraut
wohlan
wohlfeil
wohlgeraten
wonniglich
Wundarzt
zeihen
ziemen
Zöllner
zum Exempel
zuvörderst
zwiefach
zwiefältig

Hiermit ist die Rote Liste der Deutschen Sprache vollständig. Die gesamte Liste auf einen Schlag gibt es hier.

25.08.2006 von Detlef Guertler
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Rote Liste der Deutschen Sprache, T – U

von Detlef Guertler

In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben T und U:

Tambour
Tanzplatz
Tatarenmeldung
taubstumm
Taubstumme
Tort
tragieren
treulich
Triplik
Trunksucht
tugendsam
tunlich
Überhebung
überkleiden
Überkleidung
übermachen
überquer
übersichtig
Überstrumpf
Ungebühr
Ungefähr
ungeschicklich
unkeusch
unpass
Unschlitt
unserthalben
unstetig
unsträflich
untertan
untunlich
unvermerkt
unziemlich

25.08.2006 von Detlef Guertler
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Dhimmheit

von Detlef Guertler

Der Doppelkollege Maxeiner/Miersch hat heute bei den zwei Häuserblocks entfernten Kollegen von der Welt über das Dhimmitum geschrieben. “Christen und Juden, die sich unterwerfen, um als Menschen zweiter Klasse im Reich des Islam zu leben, werden im Koran als Dhimmis bezeichnet. Immer häufiger beschleicht uns der Eindruck, dass so eine Art freiwilliges Dhimmitum um sich greift.” Das von der Einrichtung eines eigenen Moslem-Strandes in Riccione bis zur Bewährungsstrafe für einen Unternehmer reicht, der Klopapier mit dem aufgedruckten Wort “Koran” hergestellt hatte. Für die vom Doppelkollegen geschilderten Tatbestände sollte allerdings ein anderes Wort als Dhimmitum verwendet werden – schließlich bezeichnet Dhimmitum weitgehend neutral das Leben von Christen und Juden in moslemischen Gesellschaften, wozu auch so nette Einrichtungen wie eine spezielle Dhimmi-Steuer gehörten.
Für die polemisch gemeinte Kritik an Menschen, Institutionen und Unternehmen, die sich in vorauseilendem Gehorsamen so benehmen, als würden sie von Islamisten beherrscht, empfehle ich deshalb… weiter lesen

24.08.2006 von Detlef Guertler
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Rote Liste der Deutschen Sprache, R – S

von Detlef Guertler

In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben R und S:

Ränke
Ränkeschmied
Ranküne
Räson
Räsonnement
rätlich
ratschlagen
Rauschebart
rechtschaffen
Reflektant
Releasecenter
Remedur
Remise
Renkontre
Republikanismus
respektierlich
ressortieren
revalieren
Revenue
Riester
Saufaus
Säumnis
Scharteke
Scharwenzel
schau
Scheelsucht
scheelsüchtig
Scherflein
schiefmäulig
schirmen
schlankerhand
Schlotbaron
schmälen
schmalten
Schmalvieh
Schmaus
schmausen
Schmauserei
schmeidigen
Schmutzian
schnafte
Schnäuztuch
Schnitter
schnurrig
schockant
Schöpfe
Schranne
Schrenz
Schurkenstreich
Schutz-und-Trutz-Bündnis
Schwadroneur
Schwärzer
Seelenhirt
Seelenkunde
Seim
seimig
seinethalben
Sekunda
Sendbote
Separation
siech
silhouettieren
sittsam
skandalisieren
Skribent
skrupulös
soigniert
solenn
Solennität
Sommerfrische
sorglich
Spezerei
spinös
spitzig
splendid
spornen
Sprachkunde
spreiten
Spritzenhaus
Sprossung
Spülicht
Stallknecht
Stallmagd
Stelldichein
Stete
Stetheit
strängen
Streitmacht
Stutzer
Sweater

24.08.2006 von Detlef Guertler
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Degetoisierung

von Detlef Guertler

Wenn Harald Schmidt das Wort und das Unwort des Sommers präsentiert, ist der Wortist natürlich qua Amt mit dabei. Aber, ach!, wie enttäuschend seine beiden Vorschläge: Als “Wort des Sommers” sucht sich der Feigling ein französisches Wort aus, die peopolisation, für die Google im gesamten deutschsprachigen Web einen einzigen Treffer findet, nämlich in der FASZ vom 13. August. Und als hätte Schmidt sich vorgenommen, diesen Missgriff noch zu toppen (also eigentlich zu floppen), zieht er als “Unwort des Sommers” die Degetoisierung aus der Kiste. Weder erklärt er, worum es da gehen soll (nämlich um die Kritik deutscher Filmproduzenten daran, dass die ARD-Einkaufsorganisation Degeto Filme nicht nur einkaufen, sondern auch selbst produzieren soll) noch was ihm daran unwortig vorkommt (als polemisch gemeinter Fach-Begriff für Medienschaffende hat es durchaus seine Berechtigung, in die Hochsprache kommt es sowieso nicht rein). Hingegen erklärt er uns Zuschauern mehrfach, dass die Degeto praktisch sein… weiter lesen

23.08.2006 von Detlef Guertler
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Rote Liste der Deutschen Sprache, P – Q

von Detlef Guertler

In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben P und Q:

Pardel
parlieren
Parole d’Honneur
pascholl
Pasquill
Pauperismus
pazifizieren
Pelerine
Permission
permittieren
Perseveranz
Pfahlbürger
Pfeffersack
Pflastertreter
Pilke
Pilzkopf
Pläsier
Poem
polyfonisch
Pönitent
Pönitenz
Pönitenziar
Poseur
Postarbeit
poussieren
präsentabel
Predigtstuhl
privatim
protzenhaft
querüber
Quinta

22.08.2006 von Detlef Guertler
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Wedding-Planer

von Detlef Guertler

Ich sitze am Schreibtisch mit dem Rücken zum Fernseher, und deshalb konnte ich gerade eben nur hören, dass bei RTL II ein Wedding-Planer im Einsatz war. Sollte es sich um eine TV-Serie zur städtbaulichen Überarbeitung Berliner Problembezirke handeln, und nächste Woche kommt der Neukölln-Planer dran? Aber so etwas würde doch nicht abends um elf bei RTL II gesendet – oder hat Alexander Kluge da auch ein Kulturfenster? Weder noch. Nach der Werbepause kam die Auflösung: Ein Wedding-Planer ist jemand, der Hochzeiten plant. Und warum sagen die das nicht gleich, wenn sie das meinen?

22.08.2006 von Detlef Guertler
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kalt-aktiv

von Detlef Guertler

Gerade erst hatten sich die Waschmittelhersteller kollektiv dem anglizistischen Oxi-Rausch hingegeben, und echt amerikanische Hausfrauen in echt Playback-Verfahren Wännisch Ochsi-Äktschn anpreisen lassen, da überrascht uns Ariel allseits positiv mit Neudeutsch vom Feinsten. “Kalt-aktiv” sagt klar und unmissverständlich, dass es um ein Waschmittel geht, das auch schon bei kaltem Wasser sauber wäscht, was nicht nur ökologisch, sondern auch wortistisch einen großartigen Fortschritt darstellt. Und auf der kalt-aktiven Webseite bietet Ariel sogar noch eine sprachlich-inhaltliche Zugabe: die Waschirrtümer, ein zu meiner großen Überraschung bislang noch völlig jungfräuliches Wort. Zwar reicht es bei Ariel noch nicht für ein ganzes “Lexikon der Waschirrtümer”, aber immerhin für vier fehlleitende Waschfrauenklischees nebst Aufklärung. Für so viel Kreativität ein dickes Lob an Klementines Erben.

22.08.2006 von Detlef Guertler
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Rote Liste der Deutschen Sprache, N – O

von Detlef Guertler

In der 24. Auflage des Dudens als „veraltend“ gekennzeichnete Wörter mit den Anfangsbuchstaben N und O:

nachgelassen
nachmalig
Narretei
Näscherei
nebst
negligeant
negligieren
negrid
neuern
Neurasthenie
niederkommen
Niederkunft
niedriggesinnt
nirgend
Noblesse
Notdurft
Nylons
Obdach
Obmännin
obsiegen
obzwar
ostensiv
Ostentation

22.08.2006 von Detlef Guertler
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Rail Marshal

von Detlef Guertler

Noch liefern die Medien die Übersetzung gleich mit, wenn sie vom Rail Marshal schreiben: Gemeint seien “bewaffnete Zugbegleiter”, vergleichbar den schon längere Zeit bekannten Sky Marshals. In direkter Konkurrenz mit diesem doppelten Anglizismus steht der Denglizismus “Zug-Sheriff”, wobei hier häufig noch das Adjektiv bewaffnet vorangestellt wird, so als müsse man beim Sheriff dazusagen, dass er einen Colt im Halfter hat, wohingegen das beim Marshal selbstverständlich sei. Was natürlich völliger Blödsinn ist, denn der Marshal ist vom ursprünglichen Wortsinn her eher ein hohes Tier (Polizeidirektor z.B.), also waffenloser Schreibtischtäter, während beim Wort Sheriff jeder hierzulande den Revolver mithört. Also ist, in dieser direkten Konkurrenz, der Rail Marshal gedankenloses Blähdeutsch, das den Wortinhalt eher verhüllt als erklärt, und der Zug-Sheriff entspricht weit eher dem tatsächlich gemeinten.
Noch besser als der Zug-Sheriff wäre natürlich die Verwendung des Wortes Zugpolizei bzw. Zugpolizist. Das ist nicht nur richtiges Deutsch, sondern kann sowohl die Institution… weiter lesen