Haustelefonnummer

„Papa, Connie wollte uns heute abend anrufen, aber sie hat es nicht geschafft.“ – „Wie, sie hat es nicht geschafft?“ – „Sie hatte nur die Nummer vom Haustelefon, und da war die ganze Zeit besetzt.“ Gerade wollte ich sagen: „Lucie, das heißt nicht Haustelefonnummer, sondern Festnetznummer“, aber dann fiel ich mir selbst ins Wort. Warum sollte sich eine Achtjährige noch mit der althergebrachten technischen Unterscheidung nach Fest- und Mobilfunknetzen belasten, wo doch die ersten Mobilfunker schon Kombi-Tarife für Handy und Festnetz anbieten? Da ist doch eine Unterscheidung nach dem gewöhnlichen Aufenthaltsort der Geräte viel praktischer. Das eine Telefon hat Papa immer bei sich, und das andere, genauso schnurlose, liegt zu Hause gerade da rum, wo es zuletzt jemand liegen gelassen hat. Das eine Telefon heißt Handy, und es macht Musik, wenn jemand die Handynummer wählt. Das andere Telefon heißt eben Haustelefon, und klingelt, wenn jemand die Haustelefonnummer wählt. Oder sollten wir das Haustelefon gleich „Hausy“ nennen? Nein, das überlassen wir lieber den Achtjährigen.

1 Kommentar

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  1. Solche Väter braucht das Land, die ihren Kindern zuhören und dabei was lernen. Glückwunsch Herr G. 🙂

    „Der Vater, der hat festgestellt,
    dass nichts mehr fest ist in der Welt.

    Bald wird das Festnetz nicht mehr lohnen.
    trotz vielerlei Komfortfunktionen.
    Die kann doch keiner mehr begreifen
    Drum wird man nur zum Handy greifen

    Das Festnetz ist ne alte Sparte
    Der Duden, diese alte Schwarte
    Wird einst das Festnetz nicht mehr kennen.
    Selbst, wenn wir es nun Hausy nennen.
    Die Zeit, die wird es überrennen.“

    © polyphem 2006