Papaglozzi

Der vor fast zwei Monaten an dieser Stelle herbeikassandrierte Ernstfall ist eingetreten: Der Papst kommt zu Besuch nach Bayern, seine Strecke wird von Großbildleinwänden gesäumt (allein in München vier Stück), und niemand ist ein besseres Wort für „Papst auf Großbildleinwand anschauen“ eingefallen als Papst-Viewing. Sogar der Bayerische Rundfunk hat sich nicht enthemmt, eine Papst-Viewing-Seite ins Netz zu stellen. Die meisten Medien haben sich zwar dafür entschieden, statt dessen von Public Viewing beim Papstbesuch zu schreiben, aber ich fürchte, vor der Exkommunikation kann uns das nicht mehr retten. Und weils deshalb eh nicht mehr drauf ankommt, plädiere ich dafür, wenigstens für die Papst-auf-Großbildleinwand-Anschauer ein Neuwort zu verwenden: Papaglozzi eben. Wenn sich das durchsetzen sollte, kann man dann beim nächsten Papstbesuch ja flächendeckend das zugehörige Verb papaglozzing verwenden.

Kommentare (3)

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  1. Die Vorliebe fürs „zz“ ist den Tazzern (Tazzeranern?) nachzufühlen.

  2. Die Bezeichnung Papaglozzi finde ich sehr treffend für besagten Personenkreis.
    Fügt man noch ein kleines e hinzu, hat man gleich das entsprechende Krankheitsbild benannt, die Papaglozzie.
    Wie z.B. während der Fußball-WM eine epidemisch auftretende Fußballitis zu verzeichnen war. Diesen Volkskrankheiten sollte sich die Pharmaindustrie einmal zuwenden.

    Viele Grüße aus Ostfriesland

    H. Kaufmann

  3. Papagrubbegugge. In der Tat kommen deutsche Weltmarktlführer häufig genug aus Orten, die gerade groß genug für eine Kirche sind.

    Ich frage mich nur: „zz“ oder doch „tz“? Je nach dem werde ich dann am WE entweder papamorgenglozzen oder papamorgenglotzen.

    Und: Würde man bei Garmisch nicht Bier, sondern Pizza/Pitza verkaufen, könnte das Haus entweder eine Zugspitzzzeria oder Zugspitztzeria sein…

    Gruß aus dem Allgäu, W. Wilhelm