Goethe Business School

von Detlef Guertler

Einen Flughafen nach Franz Josef Strauß zu benennen, geht rein inhaltlich in Ordnung. Eine Universität nach Schiller, Humboldt, Goethe etc. auch. Schulen dürfen gerne den Namen von Lokal- oder Nationalprominenz tragen, und Pferde den Namen ihres Sponsors. Aber was in aller Welt hat die Universität Frankfurt dazu getrieben, ihre Geschäftsverwaltungsmeisterausbildungsstätte (deutschdeutsch für Business School) ausgerechnet “Goethe Business School” zu nennen? Sollen da die Ackermänner von morgen lernen, wie man ein Duodezfürstentum wie das Weimarer merkantilistisch administriert? Oder soll das heißen, das die Ausbildung universalgenialisch ausgerichtet ist? Ich weiß ja, die Uni Frankfurt trägt Goethe im Namen – aber das macht die Kombination der Wörter Goethe und Business School keinen Deut erträglicher. Insbesondere, da sie noch ganz andere Kombinationsmonster hervorbringt, so etwa das Programm, das die amerikanische Duke University in Kombination mit den Frankfurtern anbietet: Duke Goethe Executive MBA heißt das nämlich. Also Herzog Goethe Führungskraft Geschäftsverwaltungsmeister. Mal ehrlich, liebe Uni Frankfurt: Hat John Wulf Goethe das verdient?


5 Kommentare zu "Goethe Business School"

  1. Gute Beispiele für Sprachschlamm!
    Aber das mit dem Franz Joseph Strauß Flughafen kann ich nicht so ganz in Ordnung finden. Der Mann war immerhin unter anderem Waffenhändler und ein guter Freund des Massenmörders Pinochet, von der Spiegel-Affäre 1962 und diverser zwielichtiger Rüstungsgeschäfte (Lockheed-Skandal, HS-30-Affäre) ganz zu schweigen. Nicht nur in München wird der Name daher auch als ziemlich peinlich empfunden.
    Viele sprechen lieber vom Richard oder Johann Strauß Flughafen. Das hat auch international einen erheblich besseren Klang.

  2. Aber ich bitte Sie: Der betreffende Flughafen liegt doch in Bayern. Und FJS ist nunmal der JFK Bayerns. Außerdem: Wer hätte sich dort jemals Gedanken über den internationalen Klang gemacht?

  3. Na wir, die Exilbayern. Aber nicht nur die, sondern auch viele Bayern, die den Mut haben, in der Heimat zu bleiben. Nicht alle Bayern sind CSU-fans, und schon garnicht alle Münchner.

  4. Recht haben Sie! Klarer Fall von “Nicht nachgedacht” der Frankfurter “Wirtschaftsdenker”. Ein plumper Versuch, sich bei ausländischer Kientel interessant zu machen. Nur dummerweise, liebe Frankfurter, gibt es im Aus- und auch im Inland in diesem Bereich klangvollgere Namen. Wharton, Harvard, London Business School, Insead, in Deutschland Mannheim und WHU – da hilft auch Goethe nichts.

  5. Das sind ja große Worte, werte Frau Zenga, für jemanden, der in sämtlichen seiner Internetauftritte “University of Mannheim – Business School” angegeben hat…

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