Gaid

Nur sehr vereinzelt gibt es in der deutschen Sprache Wörter, die aus historischen Gründen unbrauchbar geworden sind. Bei Vornamen gibt es das ja auch: Man sollte seinen Sohn nicht Adolf und seine Tochter nicht Lolita nennen. Eines der betroffenen Wörter ist das uralte und über Jahrhunderte völlig normal verwendbare „Führer“. In Zusammensetzungen wie Reise- oder Stadtführer oder Führerschein ist es weiterhin akzeptabel, aber einfach nur „Führer“, das wird wohl nix mehr. Also spricht alles dafür, uns auf Dauer damit abzufinden, dass an dieser Stelle der Guide verwendet werden wird. Und dann sollten wir ihn möglichst schnell eindeutschen. Denn als Guide sieht er so ähnlich aus wie ein Druide, und damit hat er weder historisch noch sprachlich etwas zu tun. Also worten wir ihn einfach ein und sagen Gaid zu ihm, bzw. schreiben Gaid zu ihm, nennen tun wir ihn ohnehin schon die ganze Zeit so.

Kommentare (3)

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  1. Könnte es sein, werter Pistorius, dass wir in Zeiten wie diesen sowohl in den Unternehmen als auch in den Parteien nicht so sehr Liders brauchen als vielmehr Gaids? Nicht Lider befiehl, wir folgen, sondern Gaid zeig uns den Weg und erklär uns dabei auch gleich, warum es der richtige ist. Zum Wissensarbeiter passt der Leader wie der Hai zum Fahrrad.

  2. Einspruch! Guide oder Gaid oder wie auch immer: er bleibt immer der Stadt-, Reise- oder Museumsführer. Wenn schon, dann bräuchten wir ein Wort für Leader, den politischen, den mit Leadership-Qualitäten. Lider eben. Aber der ist seit dem Máximo Líder doch längst ein alter Hut. Aber warum soll eigentlich der Gruppen-, Fähnlein-, Wirtschafts- oder Staatsführer nicht zum Führer verkürzt werden können, bloß weil Mein Fuhrer noch immer durchs britische Fernsehen geistert?

  3. wie wärs mit Guido?

  4. o geit
    Dat geit nech! Hat meine Omma jesacht.

  5. Was die Schreibung des Gaid angeht, sehe ich keinen großen Unterschied zwischen Geid und Gaid. Geid (wie Neid und Leid etc.) sieht deutscher aus (für meinen Geschmack zu deutsch, Geid sieht aus, als wäre das Wort schon mindestens seit dem Mittelalter im Wortschatz), Gaid ist eher als Eindeutschung zu erkennen (wie Maik). Die Gefahr, dass Gaid wie geyyd ausgesprochen wird, halte ich für gering – und die mögliche Abwandlung in Gayd ist eher ein Argument für als gegen das ai.
    Oder macht sich vielleicht noch jemand für die anderen möglichen Schreibweisen stark?
    o geit
    o gait
    o geyd
    o geyt
    o gayt
    o gejt
    o gajt
    o gejd
    o gajd

  6. Dann gibt’s in Berlin und Köln auch bald den Tour-Gayd.

  7. Gute Idee, aber adäquater wäre wohl die Schriftform „Geid“, da „Gaid“ intuitiv eher /Geid/ statt /Gaid/ ausgesprochen werden würde, etwa wie das engl. „Aid“ oder „Aids“.
    Bliebe aber noch der Führer im Sport, der „Leader“, zu dem man im Land der Elfmeterpsychos „hochsterilisiert“ wird, indem man einen einfachen Elfer über die Linie schiebt, wie von Ballack vorexerziert. Wird das dann eher zum „Lieder“, etvl. sogar zum „Volkslieder“?