Wissensarbeiterbewegung
von Detlef GuertlerGehören Sie auch zu jener in Ehren ergrauenden Spezies Mensch, die wehmütig-resigniert feststellen muss, dass mit der Arbeiterbewegung kein Staat mehr zu machen ist, seit sie angefangen hat, den Staat mitzumachen? Dass die Gewerkschaften schwächer und schwächer werden, weil ihre Kerntruppe, die Arbeiter und Facharbeiter, immer mehr an Boden verliert? Wie wär’s denn damit, es statt mit der Arbeiterbewegung mal mit der Wissensarbeiterbewegung zu versuchen? Einen Ansatz dafür hat der Wortist schon vor bald zwei Jahren einmal formuliert:
Wissensarbeiter aller Länder, vereinigt euch! “Mein Kopf gehört mir!” ist die Losung im Kampf gegen den reaktionären Anspruch der Geldbesitzer, sie könnten über euren Kopf, euren Geist, eure Seele verfügen, nur weil sie euch bezahlen. Der Humankapitalismus wird die Fixierung auf Geld, Geld, Geld als Irrweg der Geschichte entlarven. So wie das Bürgertum als damals fortschrittlichste Klasse mit der Französischen Revolution dem Kapital zum Sieg über den Ständestaat verhalf, wird die Wissensarbeiterbewegung als fortschrittlichste Klasse mit der humankapitalistischen Revolution dem Geist zum Sieg über das Geld verhelfen!
Und weil ich für alle Arten von Bewegung grundsätzlich aufgeschlossen bin, habe ich auch bei den drei üblich verdächtigen Gewerkschaften mal nachgefragt, was die davon halten. Bei der IG Metall, sagte mir einer aus dem Apparat, brauchte ich es gar nicht erst versuchen – die sind als Industriegewerkschaft noch viel zu erfolgreich, um auf die Wissenarbeiter umzuschwenken. Bei Ver.di, sagte mir einer aus der Zentrale, müsse ich mich noch ein paar Jahre gedulden. Erst müsse die Fusion zur vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft bewältigt werden, da könne man sich um nix Neues kümmern.
Und bei der IG BCE, auf deren Erfahrungen mit den wissensintensiven Chemiekonzernen ich besonders gehofft hatte, hörte sich ein Bezirksleiter (oder wie immer die da heißen) das mit der Wissensarbeiterbewegung sehr aufmerksam an, spielte das Projekt in verschiedene Richtungen durch und gab es mir dann wieder zurück. Es wäre wohl doch besser, eine Wissensarbeiterbewegung außerhalb der DGB-Gewerkschaften aufzubauen – würde sie tatsächlich erfolgreich, kann man sie dann ja immer noch eingemeinden.
Tja, da müsste ich wohl meine eigene Wissensarbeiter-Gewerkschaft gründen, sagte ich seufzend zu meiner Frau. Hör bloß auf mit dem Quatsch, sagte sie zurück. Damit wäre der Gedanke also wieder frei…
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Die Genossen Wissensarbeiter wollen aber keine Gewerkschaft, schließlich sind die aufegblasenen Apparatschiks bspw. bei Ebay und SAP grandios gescheitert.
Außerdem sind die Wissensarbeiter (kann da mal einer einen tollen wissenschaftlichen lateinischen Namen für die Soziologen basteln? Scientiaproletariat oder sowas chiques) viel zu gebildet und zersplittert, als das die sich in _einer_ Gewerkschaft bündeln würden.
Wer Wissen befreien will, soll erstmal in der Piratenpartei mitmachen
Ein Arbeiter mit einem Wissensarbeiter – ja das riecht verdammt nach “Seksmisja” – nach dem “Film Seksmisja” um genau zu sein. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob die Wikipedianer, die hier http://de.wikipedia.org/wiki/Sexmission was darüber geschrieben haben, den Film je gesehen haben. Egal. Um den Zusammenhang zu verstehen reicht das für den Anfang: Die Frauen-Diktatur stand für den Kommunismus/Diktatur; Maksymilian ist der typische Arbeiter, während Albert den Gelehrten darstellt.
Gegenüber Polen kommt es immer gut, diesen Film zu kennen oder gar Maks und Albert zitieren zu können. Egal ob es um die von den beiden gegessenen “Heiligen Äpfel” ging (natürlich der Apfel der Erkenntnis) oder das hier:
[Maks und Albert müssen sich rechtfertigen - dafür dass sie Männer sind]
Frauen: Alle großen Persönlichkeiten waren Frauen!
Maks: Aber Kopernikus!
Frauen: Eine Frau!
Maks: Einstein!
Frauen: Eine Frau!
Maks: Marie Curie!
Albert: Schlechtes Beispiel…
Auch diese Szenen sind so typisch:
1. Am Anfang: Die Familien von Albert und Maks sehen im Fernsehen die Pressekonferenz, bevor Albert und Maks eingefroren werden.
Alberts Familie freut sich: Unser Mann/Vater tut was für die Zukunft.
Maks’ Familie ist wütend: Unser Mann/Vater lässt uns einfach im Stich.
2. Auf der Flucht: Albert ist schon total kaputt und ohne Hoffnung – Maks denkt darüber aber gar nicht nach: “Komm! Auf! Wir müssen los!”
3. Die endgültige Sexmission am Ende: Maks labert und labert, während Albert gleich zur Sache kommt.
Gruß aus dem Allgäu, W.Wilhelm
Ja, der Film was wirklich gut. Ist zwar schon >10a her, das ich den gesehen habe, aber er war es wert.