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vonDetlef Guertler 20.09.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Gerade bei Harald Schmidt reingeschaut (besser gesagt, schaue immer noch rein), da betätigte Schmidt sich als Quizmaster, die Kandidatin musste wissen, was das Wort Adipositas bedeutet, und obwohl korrekt „Fettleibigkeit“ dastand, sagte sie: „Dann nehme ich A: Fettlebigkeit.“

Ja, warum eigentlich nicht? Wir werden ja nicht dick, weil wir unter krankhafter Fettsucht leiden, sondern weil wir den Versuchungen der Lebensmittelindustrie nicht widerstehen können – weil es uns schmeckt, weil offene Gummibärchentüten zwangsläufig innerhalb von zehn Minuten geleert sein müssen, weil es an jeder Ecke nach Gebackenem oder Gebratenem riecht, weil weil weil. Wer so lebt, dass er geradezu zwangsläufig zunehmen muss, leidet eben unter Fettlebigkeit. Und die wird man nicht los, indem man mal ein paar Tage lang ein paar Kalorien weniger zu sich nimmt, sondern nur, indem man seine Lebenseinstellung ändert. Weshalb wir jetzt auch endlich wissen, warum Diäten grundsätzlich nicht funktionieren.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2006/09/20/fettlebigkeit/

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kommentare

  • Vor allem wenn in sog. ‚Frauenzeitschriften‘ neben der neuesten Diät auch immer gleich ein tolles Rezept vorhanden ist, welches vor Fett nur so tropft.
    Das hätte die Kandidatin evtl. auch bestätigen können, da ich meine, Sie als Leserin solcher Zeitschriften erkannt zu haben. Denn Sie konnte sofort etwas zum Thema Trennkost sagen, als dieses in einer Quizfrage auftauchte. Jetzt weiss ich als Fettlebiger, auch was das ungefähr sein soll.
    Übrigens: Fettlebige leiden nicht. Sie zeigen nur offen ihren Hang zum Genuss.

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