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vonDetlef Guertler 04.10.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Gerade gestern mit einer Studentin für Computerlinguistik unterhalten. Und zu meiner übergroßen Verblüffung sagt die doch zu den Softwaren, die automatisch verstehen sollen, was ein Sprecher gesagt hat (was bei den heute üblichen Sprachautomaten noch lange nicht richtig funktioniert), sagt sie also dazu „Erkenner“. Nicht Voice Identificator oder Language interpreter oder ähnlich-englisches, was man bei Computerlinguistinnen vermuten würde, sondern Erkenner. Grandios!
Und eigentlich ist Erkenner doch auch ein hervorragendes Wort für all diejenigen Identifikationssysteme, die nicht nur unsere Sprache, sondern auch unsere Finger-, Augen-, Genabdrücke analysieren sollen und irgendwann einmal dafür sorgen werden, dass wir einfach nur mit einem Lächeln bezahlen können – oder eben auch nicht, wenn es an der Solvenz hapert. Denn genau das machen diese Systeme alle: Sie erkennen etwas. Warum sie dann nicht einfach Erkenner nennen?

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