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vonDetlef Guertler 06.10.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Der Pfau ist völlig zurecht das Symbol für die ideale Kombination von attraktivem Äußeren und unfassbarer Dummheit – sozusagen die Blondine des Tierreichs. Das kommt auch in vielen Begriffen zum Ausdruck: stolzieren wie ein Pfau, sich spreizen, ein Rad schlagen wie ein Pfau. Jeder weiß sofort, was gemeint ist.

Angesichts dieser unmissverständlichen Symbolik ist es völlig unverständlich, warum aus dem Pfau bisher weder ein Verb noch ein Adjektiv gebildet wurde. Das Verb pfauen beschreibt ein stolzierendes Imponiergehabe: Samstagabend pfauen die Mantafahrer die Dorfstraße entlang, Klaus Wowertei pfaut sich durch Berlins Partykalender, und Frank Schirrmacher durch seine selbstverschuldete demographische Unmündigkeit. Bei Schriftstellern besteht ohnehin der Anfangsverdacht auf pfauiges Verhalten, bei Verona Feldbusch-Pooth hat er sich bestätigt, und es wäre durchaus berechtigt, den Wonderbra ein pfauiges Kleidungsstück zu nennen, oder?

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kommentare

  • Die Mantafahrer pfauen jedoch schon einige Jahre nicht mehr – was man heutzutage auf dem Dorf zu diesem Zwecke fährt weiss man zum Glück nicht – beim pfauen mit Migrationshintergrund in Berlin ist jedoch deutsche Markenware von BMW und Daimler angesagt.

  • Ach, Du dickes Ei. Klaus Wowertei. Ein niedlicher Verschreiber. Bitte nicht ändern. Ich weiß nicht, was selbstverschuldete demographische Unmündigkeit ist, aber in Bezug auf Frank Schirrmacher stimme ich sofort zu. Verona Pooth will ich im Prinzip ignorieren; aber da ich sie hier gelegentlich antreffe, stelle ich fest: „Bei Menschen pfauen sogar die Frauen. Die echten Pfauen, das sind Kenner, bei denen pfauen nur die Männer.“

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