gesäßkalt
von Detlef GuertlerGerade bei Beckmann Jörg Kachelmann gehört, der im Zusammenhang mit dem von ihm vermuteten kältesten Ort der Nordhalbkugel in Kanada das Wort “gesäßkalt” benutzte. Mir war das neu, aber ein Blick ins Netz belehrte mich, dass eben jener Kachelmann bereits im Jahr 2004 dieses Wort benutzte. Allerdings ist gesäßkalt bislang noch so wenig verbreitet, und gleichzeitig so originell, dass ich ihm für den vor der Tür stehenden Winter ein möglichst explosionsartiges Wachstum wünsche.
Ach übrigens: Verdanken wir Herrn Kachelmann eigentlich auch die “gefühlte Temperatur”, jene geniale Übersetzung des windchill factor? Wenn ja: Lob und dank sei Kachelmann! Wenn nein: Wem sonst?
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Ich hoffe doch, dass die Meteorologen schon vor Kachelmann den Begriff den Windchill facots in Wohlfühltemperatur übersetzt haben. Oder ist das Konzept noch gar nicht so alt?
gesäßkalt wird auf jeden Fall abgespeichert. Wie auch meine neueste Wortschenkung (man hat mir ein Wort geschenkt) “Herzenskerl”.
Hmm, nachdem ich mir mal den zugrundeliegenden Windchill-Faktor angesehen habe, ist “gefühlte Temperatur” aber definitiv falsch. Der WCF geht nämlich von einem Wärmeverlust eines standardisierten Menschen aus. Und dieser wird nun mal in Watt angegeben (oder auch in Joule oder der bösen bösen Kilokalorie). Von daher ist die Angabe einer gefühlten Temperatur irgendwie unsinnig.
Der Deutsche Wetterdienst verwendet das Klima-Michel-Modell, d.h. ein 35-jähriger Mann, 1.75m groß und 75kg schwer. Definiert sind die verschiedenen Modelle und Gleichungen, die bis in die 1970er zurückgehen, in “VDI, 1998: Methoden zur human-biometeorologischen Bewertung von Klima und Lufthygiene für die Stadt- und Regionalplanung. Teil I: Klima. VDI-Richtlinie 3787 Blatt 2.”
Von daher müsste man dort mal nachprüfen wie der WCF und andere Werte übersetzt werden.
Der Klugschweizer Kachelmann und der Weichspüler Beckmann in einer Sendung auf dem Schirm. Um evtl. Neubewortungen zu erhaschen, nimmt der geschätzte Wortist wahrlich viel in Kauf. Kompliment.
Ja, wie ein Schmetterling flattert auch der Wortist von Blüte zu Sumpfblüte, immer auf der Suche nach einem kleinen Tröpfchen Nektar…
Klugschweizer ist übrigens wunderschön. Ist das neu?
Zum Windchillfaktor: Die Uebersetzung “gefuehlte Temperatur” ist doch genau richtig – der Waermeverlust des Koerpers ist ja genau das, was wir eigentlich wahrnehmen, wenn wir die Temperatur fuehlen…
Den Klugschweizer habe ich zum ersten Mal von Jörg Kachelmann selbst gehört.
Das macht mir Kachelmännchen noch sympathischer als ohnehin schon. Ich war sehr erfreut, als er sich gegen die Karriere als MDR-Quatschgastgeber und für seine Wetter-Mission entschied. Und die Chuzpe, anhand von Satellitenbildern festzulegen, wo gefälligst der kälteste Punkt der Nordhalbkugel zu sein hat, und das auch noch selbständig vor Ort zu überprüfen, muss man auch erst mal haben.