Technik im Touareg III: Seitenauge

Dritte Runde unseres wortistischen Nachhilfeunterrichts für die VW-Marketingabteilung, der als kleiner Beitrag zur Standortsicherung die technischen Neuerungen im neuen VW Touareg allgemeinverständlich beworten soll. Nach der Vorbremse (statt Anhaltewegeverkürzung) und dem Radamat (statt Adaptive Cruise Control mit neuer Follow-to-Stop-Funktion) ist diesmal der „Side Scan dran“. Der Originalton des VW-Pressetextes klingt wie folgt: „Ein weiteres Assistenzsystem, das mit der neuen Touareg-Generation erstmals in einem Volkswagen eingeführt wird, ist der Spurwechsel-Assistent (Side Scan). Dieses System überwacht den Bereich hinter und neben dem Touareg und warnt bei einem Spurwechsel über eine Kontrollleuchte in den Außenspiegeln vor einer möglichen Kollisionsgefahr.“

Spurwechsel-Assistent ist ein denkbar fader Ausdruck für dieses großartige System, das endlich den toten Winkel abschafft, der zwischen Rück- und Außenspiegel klafft, und in dem immer dann ein Motorrad oder ein Siebeneinhalbtonner auftaucht, wenn man gerade die Spur wechseln will. Assistent klingt nach einer Hilfestellung für einen eher ausgedehnten Vorgang, so wie der Installationsassistent, den Windows mir an die Seite stellt, wenn ich neue Programme auf meinem Computer installieren möchte. Für den Millisekundenvorgang des Spurwechsels brauche ich keinen Assistenten, sondern ein weiteres Auge: ein Auge, das genau die Stellen im Blick hat, die ich mit meinen üblichen zwei Augen und der herkömmlichen Spiegel-Unterstützung nicht erwische. Und weil diese Stellen entweder rechts oder links von mir sind, auf jeden Fall aber an der Seite, heißt diese so hilfreiche Sicherheitstechnik bei mir ab sofort Seitenauge.

Kommentare (3)

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  1. Die Steuerprogression für Spritsäufer lässt sich m.E. nicht über die Steuer auf den Kraftstoff einführen, da dürften die Abrechnungsprobleme tatsächlich unüberwindlich sein.
    Es gibt eine traditionelle Lösung für das Problem. Sie heißt Kraftfahrzeugsteuer, und während diese in der alten Version am Hubraum des Wagens orientiert war, könnte eine neue Version dieser Steuer am Kraftstoffverbrauch orientiert sein. Dann darf man sie auch lustig für Schluckspechte in astronomische Höhen treiben, es sei denn, das Bundesverfassungsgericht äußert einen Progressionsvorbehalt.
    Attraktiver ist natürlich die High-Tech-Version: Bei jedem Passieren einer Mautstation von Toll Collect muss der Auto-Bordcomputer die aktuellen Daten von Kilometerstand und Benzinverbrauch nach oben funken. Das Ergebnis wird in einer großen Datenbank verarbeitet, und einmal im Quartal bekommt jeder Autofahrer eine Übersicht seines Verbrauchsverhaltens und die Rechnung für seine progressive Benzinverbrauchssteuer.

  2. Schon wieder eine Spaßbremse. Bisher hatte ich geglaubt, Touareg sei was für Kamele. Oder war es umgekehrt? Ich finde das beschriebene Auto wunderbar und gerade ich habe mir natürlich schon immer gewünscht, ein Seitenauge zu haben. 🙂 Trotz Allem plädiere ich schon lange für eine Kraftstoffsteuer, die mit dem Verbrauch je 100 km/h progressiv steigt. Wie man das abrechnen soll, weiß ich leider auch nicht.

  3. Seitenauge ist super, einer hochbezahlten Marketingabteilung darf so was Simples natürlich nicht einfallen, zum einen ist es zu verständlich und zum anderen fehlen die heute so wichtigen Anglismen bzw. die entsprechend hirnigen Abkürzungen wie ESP, ABS und wie das alles so heißt.
    Ich würde mir für ein solches Fahrzeug „die tausend Augen des Dr. Mabuse“ wünschen. Dann ist man für alle Wechselfälle des Off-Road-Lebens gefeit. Man kann um Bergnasen herumsehen, welche heutzutage auf jeder beliebigen Autobahnstrecke mehrfach vorkommen. Anfliegende Tiefflieger bleiben nicht mehr verborgen.
    Das Überholen vor Kurven kann jetzt erst so richtig ausgereizt werden. Radarfallen – lächerlich, schon längst gesehen! Geschwindigkeitsbegrenzung also nahezu aufgehoben. Wiso dazu ein Geländefahrzeug notwendig ist bleibt mir allerdings weiterhin schleierhaft.