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vonDetlef Guertler 21.10.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Und hier ein Vorschlag des Lesers Kaishakunin:

Letzte Woche lief eine Simpsons-Folge, in der Lisa verzweifelt einen Partner für den Schulball gesucht hat. Als selbst der immer für sie schwärmende Milhouse van Houten bereits anderweitig vergeben war, herrschte Lisa in folgendermaßen an: „Dann entfordere sie gefälligst wieder!“.

Entfordern wäre damit das passende Gegenteil zu Auffordern, und da es sich tlw. auch recht schwierig bewerkstelligen lässt, sollte es durchaus dudenfähig bewortet sein.

Google trifft „Entforderung“ gar nicht und „entfordern“ 24 mal. Der erste Treffer ist aus dem Deutschen Rechtswörterbuch, wo es als Lemma mit 2 Bedeutungen auftaucht: I: entbieten (1578) und II: benachteilen (1383). Beide Bedeutungen sind sehr alt und wohl nicht mit dem Gegenteil zu Aufforderung in Verbindung zu bringen.

Von daher fordere ich die Eindudung des Lemmas.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2006/10/21/entfordern/

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kommentare

  • Weil’s ums Tanzen geht, müsste es für Österreicher bzw. Wiener schon durch sein. In Deutschland haben wir potentiell noch andere Anwendungsmöglichkeiten: Tarifverhandlungen.

    Arbeitgeberseite: Wir könnten es akzeptieren, wenn Sie wenigstens 2 1/2 Prozentpunkte entfordern würden.
    Arbeitnehmerseite: Wir könnten es akzeptieren, wenn Sie wenigstens 2 1/2 Arbeitsstunden pro Woche entfordern würden.

    Und ich entfordere jetzt von mir, weiter vor dem Rechner zu hocken – Gute Nacht!

    Gruß aus dem Allgäu, W.Wilhelm

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