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vonDetlef Guertler 23.10.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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von Christian Dombrowski:
Vor einiger Zeit bin ich Henning Scherf begegnet, dem früheren Bremer Bürgermeister. Er muss über zwei Meter groß sein und ist bei all seiner Höhe verblüffend schlank. Eine Teleskoperscheinung! Der Ausdruck drängt sich einfach auf – ein Wort, wie geschaffen für alle überlangen, schmalen Menschen.

Da ist freundlicher Spott in dem Wort, doch kommt es nicht so ruppig daher wie etwa das „lange Elend“ oder das „lange Gestell“, die sich ebenfalls anbieten. Weil sich mit einem Teleskop immer die Idee des Auseinandergezogenseins verbindet, ist das Bild auf fröhliche Weise bizarr. Vor Teleskoperscheinungen steht man in der typischen Körperhaltung des Sternenkuckers: Kopf in den Nacken, Blick zum Himmel… Übrigens ein seltener Fall, dass ein Ausdruck gut ist, eben weil er lang ist. Te-le-skop-er-schei-nung – ist superlang, passt!

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kommentare

  • Danke, Zyklop! Ich hatte allerdings Henning Scherf gegenüber beide Augen offen… Aber Sie selber, Sohn des Poseidon, sind ja nun auch nicht gerade der Kleinste, nach allem was man so hört. Oder übertreibt der Mythos?

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