ärgeln

Ärgern ist ein reichlich barsches Wort. Wenn ich mich ärgere, kommt man mir besser nicht zu nahe, und wenn jemand mich ärgern will, sollte er das besser sein lassen. Wenn das mit dem Ärger nicht so schlimm, und das mit dem Ärgern nicht so bös gemeint ist, sprach man früher gern von foppen, necken oder aufziehen. Aber all das klingt heute, mit Verlaub, altbacken. Verwendet wird statt dessen eher „War doch nur Spaß, ey“ oder „Ich wollte dich doch nur ein bisschen ärgern.“ Beides überzeugt nicht: Spaß war es eben in den meisten Fällen nicht, sondern ein bewusstes „ein bisschen ärgern“, wofür wir uns aber eigentlich ein eigenes Wort leisten sollten. Ärgeln zum Beispiel: Das weiche „-ln“ schwächt das immer noch harte „ärge-“ augenzwinkernd ab. „Ich wollte dich doch nur ärgeln“ ist halb Schuldeingeständnis, und halb Friedensangebot. Eigentlich müsste danach auf der anderen Seite der Ärger verraucht sein – bzw. zu einem Ärgel zusammengeschmolzen.

1 Kommentar

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  1. Ärgeln und Ärgel sind sehr hübsch! Heißt es eigentlich „der“ oder „das“ Ärgel? Ich finde, „das“ Ärgel – aber das ist eine Geschmacksfrage. Ihre Überlegungen zu „ärgeln“ erinnern mich an unsere Diskussion zu „sucheln“ am 29. August.