Wir werden wohl nichts dagegen machen können, dass sich das aus Irland kommende Fratzenfest via USA bei uns einheimischt: Da der europäische Festkalender bislang kein Fest kannte, bei dem man nach Herzenslust böse sein durfte, scheint Halloween ja seine Marktlücke gefunden zu haben. Also sollten wir seinen Namen als Zeichen der Resignation und des guten Willens eindeutschen. Aber wie?
Der Titel dieses Beitrags entspricht der deutschen Schreibweise des englischen Wortes Halloween und ist gleichsam ein erster Vorschlag zur Güte. Das im ersten Absatz gebrauchte “Fratzenfest” könnte auch passen, hat nur den Nachteil, dass zumindest im Alemannischen die Fasnet auch als Fratzenfest begangen wird. “Kürbisfest” hingegen reduziert die Feierlichkeit allzusehr auf ein Gemüse und klingt zu sehr nach “bissfest”, was wiederum ganz etwas anders ist.
In Anlehnung an den bisher gültigen Namen des 31. Oktober (Reformationstag) könnte man auch das Wort “Deformationstag” verwenden, was den Katholiken durchaus munden könnte,… weiter lesen
Archive for Oktober 31st, 2006
von Christian Dombrowski:
„Kulturgeblubber“ nenne ich einen bestimmten Sprachstil des Feuilletons und der Wissenschaft, der sich in gespreizten Wendungen ergeht, überflüssige Fremdwörter verwendet, sich wohlgefällig in sich selber wiegt und von Bedeutung dabei nur so duftet, aber im wesentlichen bloß zusammengehalten wird von der Überzeugung der eigenen Wichtigkeit.
Einen Neuzugang im Feld der Wortistiker gibt es zu vermelden: Altkanzler Gerhard Schröder wirft seinen Hut in den Ring. Zwar war es mir noch nicht vergönnt, einen Blick in das Schröder-Buch zu werfen (bin inhaltlich auch befangen, da ich selber schon mal eins über ihn gemacht habe) aber dafür in die Agenturmeldungen zu seinem Auftritt im Hamburger Thalia Theater. Dort, so heißt es, “plädierte Schröder für einen „veränderten Begriff der Nachbesserung in der Politik“”.
Dass ein erfahrener Politiker noch kein guter Wortistiker ist, war daran zu erkennen, dass Schröder dann eben doch keinen veränderten Begriff präsentierte, sondern nur erklärte, was er damit meinte: Politiker müssten das Recht auf Kurskorrekturen haben, „ohne dass man denunziert wird“. Die Wirklichkeit wandle sich viel zu schnell und sei zu komplex für statische Entscheidungen. Die Politik müsse heute soziale und wirtschaftliche Veränderungsprozesse vorhersehen und ihre Entscheidungen gegebenenfalls korrigieren dürfen. Meldungszitat Ende.… weiter lesen