Hällowihn

von Detlef Guertler

Wir werden wohl nichts dagegen machen können, dass sich das aus Irland kommende Fratzenfest via USA bei uns einheimischt: Da der europäische Festkalender bislang kein Fest kannte, bei dem man nach Herzenslust böse sein durfte, scheint Halloween ja seine Marktlücke gefunden zu haben. Also sollten wir seinen Namen als Zeichen der Resignation und des guten Willens eindeutschen. Aber wie?
Der Titel dieses Beitrags entspricht der deutschen Schreibweise des englischen Wortes Halloween und ist gleichsam ein erster Vorschlag zur Güte. Das im ersten Absatz gebrauchte “Fratzenfest” könnte auch passen, hat nur den Nachteil, dass zumindest im Alemannischen die Fasnet auch als Fratzenfest begangen wird. “Kürbisfest” hingegen reduziert die Feierlichkeit allzusehr auf ein Gemüse und klingt zu sehr nach “bissfest”, was wiederum ganz etwas anders ist.
In Anlehnung an den bisher gültigen Namen des 31. Oktober (Reformationstag) könnte man auch das Wort “Deformationstag” verwenden, was den Katholiken durchaus munden könnte, aber allen Festefeiernden eher nicht: “Kommst du heute auch zur Deformationstags-Fete?” wird sich nicht durchsetzen.

Der Ursprung des Wortes Halloween ist “All Hallow’s Eve”, also der “Vorabend von Allerheiligen”.  Mit Aller- könnte einiges gehen, beispielsweise Allergruseln. Was meint die Gemeinde?


7 Kommentare zu "Hällowihn"

  1. Ich warte schon lange darauf, daß die Wiener Tourismusförderung Halloween eindeutscht bzw. österreichisiert: Hallo Wien!

  2. allerheiligabend

  3. Natürlich haben wir ein Fest, das allerlei Böses erlaubt. Nur ist das inzwischen fest in Recht und Ordnung verpackt. Spätestens wenn die erste “Alemannische Halloween-Zunft e. V.” gegründet ist und sich mit dem “Rheinischen Halloween-Verein 2012 e. V.” um Fernsehgelder der Prunksitzung streitet, findet sich das Volk aber wieder ein neues Fest, bei dem man wirklich nach Herzenslust herumalbern kann.

  4. Hmmm, was ist eigentlich mit Walpurgisnacht? Selbe Sache, nur zur anderen Jahreszeit (letzte April-Nacht). Anderen Leuten Streiche spielen, Feuer anzünden, Hexentanz, alles da, was Halloween ausmacht, nur (noch)kein Konsum..

  5. Der Spanier hat übrigens einen sehr schönen Zweitnamen für Halloween: “Dia del Terror”. Was natürlich nicht “Tag des Terrors” heißt, sondern “Tag des Schreckens”.

  6. Pingback: Wortistik » Blog Archive » hällowihnen

  7. Für die viel-geilen Formen der Kürbisse ist es nicht mehr der Re- sondern der Deflorationstag.

    Ist das eine “Innenleben-Ausschabung” – oder auch als “- Absaugung” praktizierbar?

    Ist das eine Schönheits-OP – oder eine “Total-Innendrin-Sache”, die der/die/das Volks-Unmündige nicht so genau benennen kann?

    Kürbis-Kapores?

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