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vonDetlef Guertler 12.11.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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von Marco Gerke (und John Lennon):
Ich habe letztens das Buch „Zwei Jungfrauen oder Wahnsinnig in Dänemark“ von John Lennon gelesen – ein ganz bemerkenswertes Buch mit einer Sprache voll von kreativen Wortspielen, -witzen und -neuschöpfungen, Absurditäten und Nonsens (wobei ich mich gefragt habe, wie man den tlw. höchst absurden Gedankenstrom Lennons überhaupt vom Englischen ins Deutsche übertragen konnte).
Dort kam unter vielen anderen mehr oder minder originellen Wortneuschöpfungen das Wort „Kreditrahmschnitzel“ vor – für mich ein wahres Kleinod. Ich finde das Wort wohl auch deshalb so wunderbar, weil es die gemeinhin seriöse wie staubtrockene Sprache der Ökonomie aus den Angeln hebt und mit einem ironischen Augenzwinkern greifbar macht.
Da ich aber für das Lennon-Schnitzel keine Anwendungsmöglichkeit in der alltäglichen Sprachpraxis (allenfalls in der Werbung) sehe, würde ich das Wort leicht abwandeln und statt des Schnitzels lieber die „Kreditrahmsoße“/“Kreditrahmsauce“ zum Sprachgebrauch vorschlagen, als (leicht despektierliche) Bezeichnung für alle Vorgänge im Rahmen von Kreditgeschäften, also z.B. „Die ganze Kreditrahmsoße für unser Haus überlasse ich meinem Finanzberater“.

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