Speeschein

Große Aufregung im politischen Berlin: CDU und SPD haben sich noch nicht geeinigt, wie die Nachfolgeregelung für das Stasiunterlagengesetz aussehen soll, das zum Jahresende ausläuft. Wenn keine neue Regelung beschlossen werden sollte, wird ab 1. Januar 2007 überhaupt kein öffentlich Bediensteter mehr auf seine Stasi-Kontakte überprüft. Das liefe dann auf einen „Persilschein für Stasispitzel“ hinaus, schreibt die FTD, und auch für Jörg Drieselmann, Leiter der Gedenkstätte im Ex-Stasihauptquartier in der Normannenstraße, „ist der Gedanke, dass Stasi-Mitarbeiter ab 2007 quasi einen Persilschein bekommen, unerträglich.“

Nun ist ja allgemein bekannt, dass es in der DDR überhaupt kein Persil gab, nicht einmal auf Bezugsschein. Das Persil der DDR hieß nämlich Spee, und kam aus dem Waschmittelwerk Genthin, das vor dem Sozialismus genau wie Persil zu Henkel gehörte und auch heute wieder dazugehört. Also müsste man doch zeithistorisch korrekt einen Persilschein, der sich auf die DDR-Zeit bezieht, nicht Persilschein, sondern Speeschein nennen, oder?

Kommentare (2)

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  1. Im damaligen VEB Waschmittelwerk Genthin, wurde Persil
    in verschiedenen Packungsvarianten bis ca. 1970 hergestellt.
    Ende der 80ziger noch einmal als Großpackung für den Intershop.
    Mit der Produktionsaufnahme von Spee 1968 und Spee gekörnt 1973,
    wurde die Produktion alle anderen Waschmitteln eingestellt, außer
    Losk ein Waschmittel für den Export in die damalige UdSSR.
    Spee gab es in verschiedenen Packungsgrößen und
    mit verschiedensten Packungsbildern.
    Es gab Spee express, Spee zymat, Spee brillant, Spee intensiv,
    Spee color, Spee syntex, Spee gekörnt Konzentrat usw.

  2. Hallo Detlef, Du irrst mit Deiner Meinung, dass es in der DDR kein Persil gab,
    bevor es SPPEE gab, existierte ein Waschmittel auf Lizenzbasis in der DDR mit dem Namen PERSIL