Disskussion

Nein, kein Schreibfehler, sondern ein Vorschlag von Wortistik-Leser und Wortwart-Mitautor Wolfgang Wilhelm: „Disskussion f. ist eine Diskussion, die ausschließlich dazu da ist, einen anderen zu dissen“, schlägt er vor.

Damit ist der tiefere Sinn vieler Diskussionen tatsächlich genau beschrieben. Es geht darum, einen Sündenbock zu finden, jemand fertig zu machen, zu mobben, die anderen auszustechen etc. – nicht immer, aber immer öfter. Wilhelms Neuwort wird es zwar in der gesprochenen Sprache nicht leicht haben, sich von der traditionellen Diskussion abzuheben, aber im Schriftdeutsch hat es leider eine heftige Existenzberechtigung.

Und allen, die nicht wissen, was „dissen“ sein soll, empfehlen wir den Eintrag bei Wikipedia.

Kommentare (4)

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  2. Sich am »ss« im Wort »Disskussion« zu stören ist fast wie in dieser dä(h)mlichen Eselsbrücke, denn wenigsten einmal wird das »h« (wie hinten) nämlich gebraucht. Und so richtig zackig ist das »s« eigentlich nur in der S-Bahn von Wien: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:S-Bahn_Vienna.svg … Sei’s drum.

    Die Bezeichnung »Historiker« in Gänsefüßchen zu setzen, wenn es um »Guido Knopp« geht, stimme ich zu, genauso einiger weiterer Aussagen über die Rechthaberei. Wer kennt nicht die Regel, dass der Klügere solange nachgibt, bis er selbst der Dumme ist!?! Nur in einem Punkt will ich widersprechen: »Recht haben« und »Recht bekommen« sind immer noch zwei verschiedene Paar Stiefel… Sei’s drum.

    Die ursprüngliche Idee/Situation die hinter diesem Wort stand war und ist »eine Diskussion, bei der die gedisste Seite zum Schweigen verdammt ist.« Der Friedhof ist ein da so ein beliebter Ort, der Gerichtssaal auch und ja wenn man genug auf der Kante hat, kann man auch für’s »geschweigt werden« der anderen sorgen. Je nach Unkultur auch die Justiz… Sei’s drum.

    Themenwechsel: Wo ich gerade von der »Politik mit Hartz« lese – momentan wird ein neuer Begriff für »Hartz IV« gesucht… Jo! Darüber kann man wortlistisch-fröhlich diskutieren. Nur mit wem? http://www.changex.de/wir_fragen_04.mp3

    Gruß aus dem Allgäu, W. Wilhelm

  3. Endlich mal wieder ein Wort, über das man einige Worte verlieren kann. Das doppelte S als solches, wenn es dann auch noch zackig daher kommt, beschäftigt in der letzten Zeit leider nicht nur den „Historiker“ Guido Knopp, der so gut von der Publikumswirksamkeit eines „Faszinosums“ lebt, dessen ungeschickte Nennung schon mal einen Bundestagspräsidenten um sein Amt gebracht hat.

    Wir diskutieren nicht um etwas zu lernen, sondern damit wir unsere Meinung bestätigt bekommen oder um unsere Meinung durchzusetzen. Wir wollen Recht haben. Recht zu haben bedeutet zu siegen, Erfolg zu haben. Diskussion ist Wettkampf. Wer seine Meinung ändert oder aufgibt, ist ein Verlierer. In fast allen Lebensbereichen wird der Wettkampf immer härter ausgetragen und so ist es zwar nicht richtig, aber folgerichtig, dieses Neuwort mit scharfem ss zu erfinden. Hart aber fair – gilt nicht mehr, ist nur noch Mär`. Heute heißt es Hartz oder fair.

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