bluteln
von Detlef Guertlervon Christian Dombrowski:
Erstaunlich, dass die deutsche Sprache nicht zwischen kleinem und großem Bluten unterscheidet. Das eine ist ebenso häufig wie harmlos, das andere – wenn die Umstände sich verschwören – lebensgefährlich. Jedenfalls wäre es sinnvoll, ein Wort für das ungefährliche Bluten zur Verfügung zu haben, „bluteln“ zum Beispiel.
„Keine böse Wunde, blutelt nur ein bisschen!“ könnte man sagen.
bluteln = ein wenig bluten
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Problematisch, da gerade die kleinen Bluter in ihrem, objektiv betrachtet, ungefährlichen Bluten ernst genommen werden wollen. Meist muss Maman ja dann auch noch auf die Wunde blasen. (blaseln?)
wenn nicht dieses medium welches dann wäre bestens geeignet für eine sammlung zur weiteren untersuchung einer idee, die obwohl auch nur so dahin gehaucht liebreizend (reizselig?) ist, andererseits aber sturzbäche von assoziationen hervorruft, die nach ordnung rufen oder?
chaosselig nach unordentlicher anordnung.
buchteln klingt nach österreichischer küche,
von der idee her: kleine buchten
besuchen, ein neues urlaubsformat?
kücheln verallgemeinerung von köcheln. was ja
auf kleiner flamme kochen bedeutet
hobeln will sein biederes ansehen durch
interessantere nachbarschaft
aufmöbeln, verkleinerung durch ein-
fügen von l nicht möglich.
aufmöbeln gehört zur hobeln connection
wascheln als kind sollte ich mich allabend-
lich in der küche mithilfe einer
blechschüssel voller wasser, einem
stückseife und einem handtuch waschen
meine eltern gingen irgendwelchen
feierabendbeschäftigungen im
nebenzimmer nach.
ich legte nun sehr viel sorgfältiges
bemühen in ein täuschungsmanöver,
dergestalt, dass ich mit den fingern
im wasser plantschte und so möglichst
genau die geräusche erzeugte, die
beim wirklichen waschen entstehen,
auch seife und handtuch brachte ich
in einen unverdächtigen befeuchteten
zustand. der sinn dieses unterfan-
gen, das sicher nicht weniger auf-
wendig war als die eigentliche wasch-
prozdur, ist mir entfallen, aber ich
bin glücklich, in dem wort wascheln
endlich eine angemessene bezeichnung
für diesen vorgang gefunden zu haben.
Ein Gedicht, das sehr neugierig macht auf den Klarnamen des Autors… Zur Sache selbst darf ich noch einmal auf unsere Erörterung von “sucheln” am 29. August verweisen.
danke für den hinweis und das kompliment, ich nehme einfach mal an dass ich gemeint bin.
mir ist allerdings nicht ganz klar, was die neugierde auf meinen klarnamen verursacht, denn der dürfte allen hier gänzlich unbekannt sein und enthüllt keine wesentlichen dinge, vielleicht dass ich wenn überhaupt, dann dichtele, zum beispiel den zweizeiler: die weisheit lockt, doch ich bleib stumm, das ganze wissen macht mich dumm.
und für die googler: ich bin nicht die von den vielen mit meinem namen, der der schöne titel: “Zur Flockung und Entfärbung von irakischen Dattelsaftlösungen” zuzuordnen ist.
irgendwie schade!
demnächst wieder nur zum thema!
Es ist schön, liebe Frau Lindau, dass meine 4, 5 bescheidnen Zeilen vom Wochenende einen so ausgiebigen und originellen Kommentar von Ihnen hervorgerufen haben – herzlichen Dank! (Vielleicht ist dieses spielerische Gedicht aber auch schon länger da und hat gleichsam nur auf einen Anlass gewartet um hervorzuschlüpfen?)
touché (hab so lange gebraucht um mich von dem treffer zu erholen)
ob tuscheln daher kommt?