bluteln

von Christian Dombrowski:
Erstaunlich, dass die deutsche Sprache nicht zwischen kleinem und großem Bluten unterscheidet. Das eine ist ebenso häufig wie harmlos, das andere – wenn die Umstände sich verschwören – lebensgefährlich. Jedenfalls wäre es sinnvoll, ein Wort für das ungefährliche Bluten zur Verfügung zu haben, „bluteln“ zum Beispiel.

„Keine böse Wunde, blutelt nur ein bisschen!“ könnte man sagen.

bluteln = ein wenig bluten

Kommentare (-124)

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  1. touché (hab so lange gebraucht um mich von dem treffer zu erholen)

  2. Es ist schön, liebe Frau Lindau, dass meine 4, 5 bescheidnen Zeilen vom Wochenende einen so ausgiebigen und originellen Kommentar von Ihnen hervorgerufen haben – herzlichen Dank! (Vielleicht ist dieses spielerische Gedicht aber auch schon länger da und hat gleichsam nur auf einen Anlass gewartet um hervorzuschlüpfen?)

  3. danke für den hinweis und das kompliment, ich nehme einfach mal an dass ich gemeint bin.
    mir ist allerdings nicht ganz klar, was die neugierde auf meinen klarnamen verursacht, denn der dürfte allen hier gänzlich unbekannt sein und enthüllt keine wesentlichen dinge, vielleicht dass ich wenn überhaupt, dann dichtele, zum beispiel den zweizeiler: die weisheit lockt, doch ich bleib stumm, das ganze wissen macht mich dumm.
    und für die googler: ich bin nicht die von den vielen mit meinem namen, der der schöne titel: „Zur Flockung und Entfärbung von irakischen Dattelsaftlösungen“ zuzuordnen ist.
    irgendwie schade!
    demnächst wieder nur zum thema!

  4. Ein Gedicht, das sehr neugierig macht auf den Klarnamen des Autors… Zur Sache selbst darf ich noch einmal auf unsere Erörterung von „sucheln“ am 29. August verweisen.

  5. wenn nicht dieses medium welches dann wäre bestens geeignet für eine sammlung zur weiteren untersuchung einer idee, die obwohl auch nur so dahin gehaucht liebreizend (reizselig?) ist, andererseits aber sturzbäche von assoziationen hervorruft, die nach ordnung rufen oder?
    chaosselig nach unordentlicher anordnung.

    buchteln klingt nach österreichischer küche,
    von der idee her: kleine buchten
    besuchen, ein neues urlaubsformat?
    kücheln verallgemeinerung von köcheln. was ja
    auf kleiner flamme kochen bedeutet
    hobeln will sein biederes ansehen durch
    interessantere nachbarschaft
    aufmöbeln, verkleinerung durch ein-
    fügen von l nicht möglich.
    aufmöbeln gehört zur hobeln connection
    wascheln als kind sollte ich mich allabend-
    lich in der küche mithilfe einer
    blechschüssel voller wasser, einem
    stückseife und einem handtuch waschen
    meine eltern gingen irgendwelchen
    feierabendbeschäftigungen im
    nebenzimmer nach.
    ich legte nun sehr viel sorgfältiges
    bemühen in ein täuschungsmanöver,
    dergestalt, dass ich mit den fingern
    im wasser plantschte und so möglichst
    genau die geräusche erzeugte, die
    beim wirklichen waschen entstehen,
    auch seife und handtuch brachte ich
    in einen unverdächtigen befeuchteten
    zustand. der sinn dieses unterfan-
    gen, das sicher nicht weniger auf-
    wendig war als die eigentliche wasch-
    prozdur, ist mir entfallen, aber ich
    bin glücklich, in dem wort wascheln
    endlich eine angemessene bezeichnung
    für diesen vorgang gefunden zu haben.

  6. Problematisch, da gerade die kleinen Bluter in ihrem, objektiv betrachtet, ungefährlichen Bluten ernst genommen werden wollen. Meist muss Maman ja dann auch noch auf die Wunde blasen. (blaseln?)