http://blogs.taz.de/wortistik/files/2018/01/Bildschirmfoto-2018-01-17-um-19.11.19.png

vonDetlef Guertler 16.12.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

Mehr über diesen Blog

Eigentlich sollte man meinen, auf dem Therapiemarkt gäbe es nichts, was es nicht gibt. Aber ausgerechnet diese so naheliegende, sofort verständliche Bezeichnung gibt es noch nicht. Dabei liegt es doch auf der Hand, dass die meisten Menschen, die einen Hau weg haben und/oder ihre gesamte Lebenszeit darauf verwenden, zu sich selber zu finden, vor allem darunter leiden, dass sie mit dem, was sie tun, nicht zufrieden sind. Wenn man nun dafür sorgt, dass sie endlich, endlich Erfolg haben, welchen Erfolg auch immer, dass sie etwas leisten, was Anerkennung findet, schwupps, sind sie geheilt.

Aber natürlich darf sich ein Erfolgstherapeut nie selbst Erfolgstherapeut nennen – das würde ja bedeuten, dass seine KundInnen schlaffe SäckInnen sind, die einer therapeutischen Krücke bedürfen, um halbwegs ordentlich zu funktionieren. Deshalb war die Erfolgstherapie gezwungen, unter einem Decknamen anzutreten. Unter dem jedoch hat sie sich schon längst klammheimlich etabliert: Sie nennt sich „Coaching“.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

http://blogs.taz.de/wortistik/2006/12/16/erfolgstherapie/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.